Statuta Capituli Ecclesiae Collegiatae sancti Ursicini
Die Papierhandschrift enthält die Statuten der Kirche von Saint-Ursanne. Obwohl im Titel das Datum 1785 angegeben ist, wurde die Abschrift drei Jahre später, im Jahr 1788, angefertigt. Der Schreiber Aloyse de Bilieux (1758–1830), seit 1779 Mitglied des Stiftskapitels von Saint-Ursanne, übernahm die Überarbeitung der Statuten dieser Institution und unterzeichnete diese Abschrift (S. 3). Vor den Statuten steht der Widmungstext an den amtierenden Fürstbischof François Joseph Sigismond de Roggenbach (1782–1794) (S. 5–6).
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Die Papierhandschrift dokumentiert die Geschichte des Schlosses Angenstein. Sie enthält Abschriften der Dokumente, insbesondere der Lehenbriefe, in deutscher und lateinischer Sprache aus der Zeit, als dieses Schloss 1557 vom Basler Fürstbischof Melchior von Lichtenfels (1554–1575) an seinen Kanzler Wendelin Zipper abgetreten wurde. Auf der Titelseite (S. 3) befindet sich ein Besitzvermerk, „de Grandvillers avocat“, der sich wahrscheinlich auf Conrad de Grandvillers (1813–1880) bezieht, das letzte Mitglied dieser Familie, die seit 1751 Eigentümerin des Schlosses Angenstein war. Die Handschrift ist in ein Pergamentdopepelblatt eingebunden, das aus einer liturgischen Handschrift des 14. Jahrhunderts stammt.
(rou)
Papier · 416 pp. · 21 x 17 cm · Anfang des 18. Jahrhunderts
Lobpreisungen der Heiligen des Bistums Basel
Die Papierhandschrift enthält die Lobpreisungen der Heiligen des Bistums Basel, die im Inhaltsverzeichnis (S. 6) aufgeführt sind. Laut dem Inhaltsverzeichnis und dem Titel (S. 5) handelt es sich um den 5. Band dieser Lobpreisungen. Bislang wurden weder ein weiterer Band dieses Textes noch dessen Verfasser identifiziert. Textlichen Hinweisen zufolge könnte es sich um ein Werk eines Geistlichen aus Delémont handeln, wie z.B. die Beschreibung der Aufstellung der Reliquien der Heiligen Germain und Randoald auf dem Hochaltar der Kirche Saint-Marcel in Delémont nahelegt. Die Lobpreisungen dienen dazu, moralische Lehren auf der Grundlage des Alten und Neuen Testaments zu vermitteln. Als entschiedener Gegner der protestantischen Reformation ergänzt der Verfasser diese durch missionarische Reden, z.B. zugunsten der Reliquienverehrung. Die Handschrift endet mit einer poetischen Hymne auf den Namen Jesu (S. 401–412) und dem französischsprachigen Offizium zu Ehren des heiligen Marcel (S. 413–415).
(rou)
Die Geschichte des heiligen Pacificus und Auszüge aus den Annalen des Kollegs von Pruntrut
Das dünne Papierheft enthält zwei verschiedene Texte, die von derselben Hand geschrieben wurden und beide Auszüge aus den Annalen des Kollegs von Pruntrut sind. Der erste Text berichtet von der Überführung des heiligen Pacificus nach Pruntrut am 5. November 1679 sowie von den mit seiner Verehrung verbundenen Wundern, die nach Jahren bis 1753 aufgelistet sind (S. 3–22). Dieser Heilige, dessen Gebeine aus den römischen Katakomben entnommen wurden, verdankt seinen Namen dem Abschluss des Friedens von Nimwegen in den Jahren 1678–1679 (S. 7). Die von ihm vollbrachten Wunder betreffen im Wesentlichen Kinder, die Schwierigkeiten beim Gehen haben. Der zweite Text enthält Auszüge aus den Annalen des Kollegs von Pruntrut aus den Jahren 1763 bis 1771. Er folgt auf zahlreiche leere Seiten und wurde verkehrt herum eingebunden (S. 90–78). Dieses Heft bildet die Fortsetzung und das Ende der Auszüge aus den Annalen von Pruntrut in MP 4-1 und MP 4-2 (bis 1762), welches von derselben Hand wie diese beiden Bände geschrieben wurde.
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Die Papierhandschrift enthält mehrere deutsche Texte zur Geschichte des Bistums Basel: zunächst die Liste der Basler Bischöfe von Justinianus bis Johannes Conradus von Reinach-Hirtzbach (S. 7–20), dann die Liste der Mitglieder des Domkapitels (S. 21–58) und schliesslich die Geschichte dieses Bistums zu der Zeit, als der Sitz des Domkapitels in Arlesheim (1678-1792 ; S. 61-119) lag. Eine identische Abschrift dieses letzten Textes findet sich in der Handschrift A3237 (S. 81–148). Am Anfang der Handschrift ist das Wappen von Reinach (S. 2), das auch im Wappenbuch des ehemaligen Bistums Basel (A3754, f. 82r) vorkommt, gegenüber einem noch zu identifizierenden Wappen (S. 3) abgebildet.
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Die Papierhandschrift enthält verschiedene deutschsprachige Texte, darunter eine Liste der Bischöfe der Diözese Basel von Justinianus bis Johann Konrad von Roggenbach (S. 12–77), die später um die Namen der nachfolgenden Bischöfe bis hin zu Simon Nicolas de Montjoie d’Hirsingue (S. 118, 147–148) ergänzt wurde. Neben ihren Namen wurden ihre Wappen in Rötel direkt in die Handschrift oder auf eingeklebte Vignetten gezeichnet (z. B. S. 27). Der folgende Text, der mit dem der Handschrift A3236 (S. 61–119) übereinstimmt, befasst sich mit der Geschichte des Bistums Basel zu der Zeit, als der Sitz des Domkapitels in Arlesheim lag (1678-1792; S. 81–148). Die Liste der Pröbste (S. 149–155) sowie diejenige der Domkanoniker von Basel von 1024 bis 1722 (S. 157–235) vervollständigen die Handschrift. Die auf dem vorderen Spiegelblatt eingetragene Schenkungsnotiz zeigt an, dass die Handschrift 1813 von den Kapuzinern von Dornach mit Zustimmung des Provinzials gestiftet wurde.
(rou)
François Xavier Ertel, Catalogue des Seigneurs Evêques de Bâle; Historischer, chronologischer und geografischer Überblick über das Bistum Basel
Die Papierhandschrift enthält zunächst das von Pater Ertel, einem Prämonstratenser aus Bellelay, erstellte Verzeichnis der Bischöfe von Basel (S. 17–95). Es folgt eine umfangreiche Reihe historischer und geografischer Notizen zum Bistum Basel (S. 97–172), welche Dekan Hennet aus Delsberg und sein Neffe, Abt Serrasset aus Delsberg, zusammenstellten. Sie entsprechen dem Stoff ihres Werkes L'abeille du Jura ou Recherches historiques, archéologiques et topographiques sur l'ancien évêché de Bâle (Neuchâtel, Imprimerie de Petitpierre, 1840–1841, 2 Bände). Die Handschrift ist Louis Joseph Joliat (1774–1829) gewidmet, der zu dieser Zeit Präfekturrat in Colmar war (S. 8).
(rou)
Nicolaus Gerung, Epitome Episcoporum Basiliensium; Auszüge aus verschiedenen Chroniken zum Bistum Basel
Nicolaus Gerung, auch Blauenstein genannt (um 1410–1478), gilt als erster Historiker der Diözese Basel. Als Sekretär des Bischofs Johann von Fleckenstein verfasste er eine Chronik der Basler Bischöfe, die in dieser Papierhandschrift aus dem 18. Jahrhundert überliefert ist und die in das 1752 veröffentlichte Werk „Scriptores rerum Basiliensium minores“ von Johann Heinrich Brucker Eingang fand (S. 3, Fußnote). Die Chronik ist einspaltig; auf den breiten Seitenrändern finden sich ergänzende Anmerkungen, insbesondere bibliografischer Art, sowie die mit Tinte gezeichneten Wappen der aufeinanderfolgenden Bischöfe (z. B. S. 8, 9). Da die Liste der Bischöfe (S. 3–28) bis zu Christoph von Utenheim (1502–1527) reicht, muss es sich um die erweiterte Chronik von Gerung handeln. Nach diesem historischen Abriss folgt eine Reihe mehr oder weniger langer Auszüge aus zeitgenössischen Chroniken, z.B. aus der Chronik der Dominikaner von Colmar (S. 31–45) oder der Chronik von Matthias von Neuenburg (S. 46–60). Am Ende der Handschrift finden sich einige Heiligenleben aus dem Basler Brevier, darunter derjenigen von Imier, Germanus und Fridolin.
(rou)
Papier · 296 pp. · 19 x 13 cm · Ende des 18. Jahrhunderts
P. Voisard, Histoire des Evêques de Bâle jusqu’à nos jours
Laut der Notiz von Victor Erard, Professor für Geschichte und Latein an der Kantonsschule Pruntrut, aus dem Jahr 1957 (S. 1) handelt es sich bei der Papierhandschrift um eine Abschrift von „L’abrégé de l’histoire des évêques de Bâle“ von François Hubert Voisard (1749–1818). Im Gegensatz zu der auf einem Frage-Antwort-Schema basierenden Abschrift aus dem Jahr 1781 (MP 10 / A3269) verzichtet der Text der vorliegenden Handschrift auf die Fragen und gibt lediglich die Antworten wieder. Er wurde sorgfältig geschrieben, und zwar einspaltig innerhalb eines mit Tinte gezeichneten Rahmens. Zudem wird jeder Bischof durch sein Wappen eingeleitet, welches mit Feder auf Papier gezeichnet, ausgeschnitten, nummeriert (von 1 bis 73, von Pantalus bis Johann Konrad von Roggenbach) und auf die Seite geklebt wurde. Die Handschrift endet mitten in einem Satz, weil das Ende verloren gegangen ist.
(rou)
Papier · 78 pp. · 20 x 16 cm · 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und 18. Jahrhundert
Reihenfolge der Bischöfe von Basel; Series dominorum, episcoporum, praepositorum, decanorum et canonicorum cathedralis ecclesiae Basileensis; Inventar des Schatzes von St. Vinzenz in Bern
Diese Handschrift besteht aus mehreren Papierheften und enthält zunächst eine französischsprachige Liste der Basler Bischöfe (S. 7–15) vom heiligen Pantalus (5. Jahrhundert) bis Joseph Antoine Salzman (1829–1854). Darauf folgt eine zweite, lateinische Liste der Basler Bischöfe sowie der Pröbste, Dekane und Kanoniker des Doms aus der Zeit zwischen 1502 und 1771 (S. 23–45). Ergänzt wird diese Liste durch ein Namensverzeichnis der Mitglieder des Basler Domkapitels (S. 45–55). Schliesslich findet sich eine Abschrift des „Catalogue des ornements, reliques, images et revenus de Saint-Vincent de Berne“ („Katalogs der Gewänder, Reliquien, Bilder und Einkünfte von St. Vinzenz in Bern“; S. 62–71). Dieses im 17. Jahrhundert weit verbreitete Inventar des Schatzes in französischer Sprache existiert auch auf Deutsch (Bern, Burgerbibliothek, Mss.Mül.594 (68)) und auf Lateinisch (beispielsweise herausgegeben in Jacobus Schueler, Hercules catholicus, Freiburg, 1651).
(rou)
Aufzeichnungen von François Xavier Ertel zum Theologiekurs von Père Voirol
Die Papierhandschrift enthält die Notizen, die François Xavier Ertel (1754–1828) zu den theologischen Vorlesungen von Pater Grégoire Voirol (1751–1827) in der Prämonstratenserabtei von Bellelay angefertigt hat (S. 9–407). Diese Notizen, die überwiegend in Latein verfasst sind, gliedern sich in sechs Abhandlungen über Gott, den Menschen, die Religion, die Offenbarung, die wahre Kirche, ihre Verfassung und den Papst. Es folgen ergänzende Notizen zur Busse und zur Taufe (S. 409–446). Das Werk befand sich im Besitz von „Ed. Hornstein“ (wahrscheinlich der Priester Eugène-Nicolas-Edouard Hornstein (1826–1887), S. 3) und wurde 1906 von dessen Erben an Adrien Kohler, den Vorsitzenden der Kommission der Kantonsschule Pruntrut, übergeben, um in der Bibliothek dieser Schule verwahrt zu werden.
(rou)
Papier · 268 pp. · 21 x 17 cm · 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts
Gewohnheiten der Annuntiatinnen, Predigten und Verordnungen der Annuntiatinnen
Die Papierhandschrift überliefert eine Abschrift der Gewohnheiten der Annuntiatinnen (S. 9–138; Inhaltsverzeichnis S. 139–143), eine Ordnung von regulierten Chorfrauen des heiligen Augustinus, gefolgt von vier langen Predigten (S. 145–251), die von einer anderen Hand abgeschrieben wurden, sowie Anordnungen für das Annuntiatinnenkloster in Pruntrut (S. 253–260). Das Rechtsbuch gehörte Schwester Marie Charlotte Ignace (S. 3). Sie wurde als Anne Suzanne Philippine Guyot de Malseigne (1758–1848) geboren und legte 1774 im Kloster Pruntrut ihre Profess im Orden der Annuntiatinnen ab (vgl. A2598, S. 2–58). Der Besitz einer Ausgabe des „Coutumier“ (Rechtsbuch der Gewohnheiten) durch diese Schwester entspricht der Anweisung am Anfang des Werkes, in der Erzbischof Antoine Pierre de Grandmont (1614–1698) empfiehlt, dass jede Schwester dieses Ordens „Exemplare davon in ihrem Zimmer haben“ solle (S. 7).
(rou)
Papier · 122 ff. · 21.5 x 14.5 cm · Schaffhausen · 1472
Heinrich Beck, Münchner Oswald, Christus und die sieben Laden
Drei deutschsprachige Texte sind in dieser Sammelhandschrift enthalten: Der erste Text ist eine Passionshistorie von Heinrich Beck, der Kaplan an der Schaffhauser Stadtkirche St. Johann war. Sie ist allein in dieser Handschrift überliefert und lässt sich auf 1472 datieren (Verfasser- und Schreibervermerk auf fol. 64r). Ebenfalls auf 1472 datiert der zweite Text, der „Münchner Oswald“. In Versen wird nach der 'spielmännischen' Erzähltradition von der Brautwerbung des englischen Königs Oswald von Northumbria berichtet. Der dritte Text, „Christus und die sieben Laden“, zählt zur spätmittelalterlichen Erbauungsliteratur.
(bos)
Schaffhausen, Stadtbibliothek, Ministerialbibliothek, Min. 90
Pergament · 35 ff. · 35.5 x 24 cm · Schaffhausen · 14./15. Jahrhundert
Liber officii capituli
Das Kapiteloffiziumsbuch des Benediktinerinnenklosters St. Agnes in Schaffhausen enthält neben einem Martyrologium (Usuardus Sangermanensis), der Benediktsregel und den Evangelienlesungen für die Sonn- und Feiertage auch das Nekrologium des Klosters mit den Namen von 192 Nonnen. Das um 1400 geschriebene Buch zählt zu den wenigen erhaltenen Handschriften des Agnesenklosters.
(bos)
Schaffhausen, Stadtbibliothek, Ministerialbibliothek, Min. 93
Pergament und Papier · 117 ff. · 22 x 15.5 cm · Südwestdeutsch · 12. Jahrhundert und zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts
Benedictionale, Exercitia spiritualia
Die aus zwei Teilen bestehende Handschrift stammt aus dem Besitz Michael Eggenstorfers, des letzten Abtes des Schaffhauser Allerheiligenklosters. Der erste Teil datiert ins 12. Jahrhundert und besteht aus einem Benedictionale und Texten zur Beichte (Confessio generalissima). Neben einigen roten Rankeninitialien findet sich dort auch eine ganzseitige teilkolorierte Kreuzigungsdarstellung (fol. 22av). Der zweite Teil wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts geschrieben und enthält Literatur zur persönlichen Frömmigkeit u. a. von Gerardus de Zutphania, Petrus de Alliaco, Heinrich von Langenstein und Guigo II. Cartusiensis. Eine Inhaltsübersicht auf fol. 1r nennt auch den Kaufpreis.
(bos)
Papier · 533 pp. · 29 x 20.5 cm · 1389 und 15. Jahrhundert
Sammelband mit Predigten und theologischen Traktaten
Die Papierhandschrift ist eine Sammlung von Predigten und Traktaten, die zu unterschiedlichen Zeiten abgeschrieben wurden. Spätestens beim Einheften in den jetzigen Einband wurden sie zusammengefügt. Der Einband stammt aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts, wie die Blindstempel, etwa das Agnus Dei oder der Basilisk, die sich auf Augsburger Einbänden finden, nahelegen. Die Abschrift der ersten grossen Predigtsammlung dieses Codex ist auf den 26. August 1389 (S. 292a) datiert. Sie ist unter dem Titel Sermones socci bekannt und wird traditionell dem Zisterzienser Konrad von Brundelsheim zugeschrieben. Die Predigten sind zweispaltig geschrieben und jeweils durch eine einfache rote Initiale eingeleitet. Sie folgen der Ordnung der Heiligen im Jahreskreis (S. 39a–292a). Der Besitzer, „Ioh[hannes] Sunder, alias Sunher de Laugingen, plebanus in Wangen“, hat seinen Namen am Anfang dieses Handschriftenteils eingetragen. Es folgen die Sermones de sanctis von Peregrinus von Oppeln (S. 302–388), die ein anderer Schreiber einspaltig abschrieb und mit einigen Cadellen (kunstvoll ausgeführten Grossbuchstaben in Texttinte) ausstattete (S. 364–369). Dannach überliefert die Handschrift eine Reihe weiterer Predigten, die durch leere Seiten unterbrochen sind, bevor sie mit drei Traktaten endet: Rudolphus Medicus, De benedictione aurae (S. 505–506), Thomas Ebendorfer, Tractatus de superstitionibus quibusdam circa eucharistiae sacramentum (S. 507-518) sowie ein anonymer Traktat: Incipit tractatus contra illorum oppinionem qui terrere nituntur predicatores ewangelicos, dicentes non esse licitum predicare ewangelium Sarracenis propter nigredines [sic] mortis periculum» (S. 519-531).
(rou)
Die Papierhandschrift stammt aus dem 14. Jahrhundert und enthält hauptsächlich Predigten für die Sonntage (S. 1–256) und für Festtage (S. 263–357). Diese sind durch Auszüge aus der Legenda aurea des Jakobus von Voragine, insbesondere zur Passion Christi (S. 286–290), zur Geburt der Jungfrau Maria (S. 290–291) sowie zur Legende des heiligen Cyprian und der heiligen Justina (S. 357–361 und S. 384) unterbrochen. Die letzte Lage (p. 362-385) des Kodex, die von einer anderen Hand geschrieben wurde, enthält eine kurze Reihe medizinischer Texte über die Diätetik für die zwölf Monate des Jahres, verfasst auf Deutsch und Latein (S. 362–368), über die Körpersäfte (S. 369–376) sowie über den Aderlass (S. 378–379). Bevor die Handschrift in die Stiftsbibliothek St. Gallen gelangte, befand sie sich im Kloster St. Johann im Thurtal (Exlibris mit der alten Signatur „Nr. 1“, S. 1). Auf der letzten Seite steht die Eintragung „Item Beringer schůlmaister den man nemet Schraͤtel“, die sich möglicherweise auf Berengerus von St. Gallen († 1365) bezieht.
(rou)
Pergament · 8 pp. · 25.5/26 x 18/35 cm · Italien (?) · 4. oder 5. Jh.
1. Heft der Fragmentensammlung Cod. Sang. 1394
Cod. Sang. 1394 ist einer von acht Fragmentenbänden (d. h. Bänden, die ausschliesslich Fragmente enthalten) der Stiftsbibliothek St. Gallen. Die St. Galler Mönche Johann Nepomuk Hauntinger (1756–1823) und Ildefons von Arx (1755–1833) lösten zwischen 1774 und 1785 zahlreiche Fragmente aus den Einbänden heraus, in denen sie über Jahrhunderte als Spiegel- und Vorsatzblätter, Rücken- und Falzverstärkungen gedient hatten. Manche Fragmente, darunter welche in Cod. Sang. 1394, waren auch als Umschläge von Handschriften oder Drucken verwendet worden. In fortgeschrittenem Alter liess Ildefons von Arx die Fragmente in acht thematisch geordnete Bände einbinden und widmete diese 1822 seinem Freund Johann Nepomuk Hauntinger. Im 20. Jahrhundert fügte man vereinzelte kleinere zugehörige Fragmente, die aus Einbänden herausgelöst worden waren, hinzu. 2022 wurde der umfangreiche Fragmentenband Cod. Sang. 1394 aus konservatorischen Gründen ausgebunden. Die Fragmente wurden (manchmal in unterschiedlicher Reihenfolge) in 20 Hefte („Ganzpapierbroschuren“) neu eingebunden. Die neue, nun massgebende Paginierung beginnt in jedem Heft bei 1 und umfasst einzig die Fragmente (ohne die Papierblätter). Zitierweise (ein Beispiel): St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1394.1, p. 1-2 (= Cod. Sang. 1394, Heft 1, Seite 1-2). Der alte Fragmentenband mit den Kommentaren von Ildefons von Arx kann hier eingesehen werden, ist aber für die Fragmente nicht mehr zu zitieren. Heft 1 enthält Fragmente von Vergils Bucolica und Georgica.
(len)
Pergament · 4 pp. · 25.5/30 x 24,5/35 cm · Italien (?) · 4. oder 5. Jh.
2. Heft der Fragmentensammlung Cod. Sang. 1394
Cod. Sang. 1394 ist einer von acht Fragmentenbänden (d. h. Bänden, die ausschliesslich Fragmente enthalten) der Stiftsbibliothek St. Gallen. Die St. Galler Mönche Johann Nepomuk Hauntinger (1756–1823) und Ildefons von Arx (1755–1833) lösten zwischen 1774 und 1785 zahlreiche Fragmente aus den Einbänden heraus, in denen sie über Jahrhunderte als Spiegel- und Vorsatzblätter, Rücken- und Falzverstärkungen gedient hatten. Manche Fragmente, darunter welche in Cod. Sang. 1394, waren auch als Umschläge von Handschriften oder Drucken verwendet worden. In fortgeschrittenem Alter liess Ildefons von Arx die Fragmente in acht thematisch geordnete Bände einbinden und widmete diese 1822 seinem Freund Johann Nepomuk Hauntinger. Im 20. Jahrhundert fügte man vereinzelte kleinere zugehörige Fragmente, die aus Einbänden herausgelöst worden waren, hinzu. 2022 wurde der umfangreiche Fragmentenband Cod. Sang. 1394 aus konservatorischen Gründen ausgebunden. Die Fragmente wurden (manchmal in unterschiedlicher Reihenfolge) in 20 Hefte („Ganzpapierbroschuren“) neu eingebunden. Die neue, nun massgebende Paginierung beginnt in jedem Heft bei 1 und umfasst einzig die Fragmente (ohne die Papierblätter). Zitierweise (ein Beispiel): St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1394.1, p. 1-2 (= Cod. Sang. 1394, Heft 1, Seite 1-2). Der alte Fragmentenband mit den Kommentaren von Ildefons von Arx kann hier eingesehen werden, ist aber für die Fragmente nicht mehr zu zitieren. Heft 2 enthält Fragmente von Vergils Aeneis.
(len)