Für diese Handschrift sind folgende Beschreibungen vorhanden

  • P. Odo Lang OSB, Katalog der Handschriften in der Stiftsbibliothek Einsiedeln, Zweiter Teil, Codices 501-1318, Basel 2009, S. 148-149.
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  • Cantus Database: Inventories of Chant Sources, 2016.
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Einsiedeln, Stiftsbibliothek, Codex 611(89)
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P. Odo Lang OSB, Katalog der Handschriften in der Stiftsbibliothek Einsiedeln, Zweiter Teil, Codices 501-1318, Basel 2009, S. 148-149.

Handschriftentitel: Antiphonarium pro Ecclesia Einsidlensi
Entstehungsort: Einsiedeln
Entstehungszeit: 14. Jh. (vor 1314)
Frühere Signatur: Folio Num. 185 B. V. Einsidlensis
Beschreibstoff: Pergamenthandschrift
Umfang: 281 (richtig 280) Blätter
Format: 320 x 220 mm
Seitennummerierung: Neuzeitliche Foliierung mit Tinte in arabischen Zahlen 1-281 (richtig 280) Blätter, doppelt gezählt: Bl. 106, 137, 146, 245, 263; nicht gezählt: BI. 139, 191, 202, 274, 276, 277.
Lagenstruktur: Unbezeichnete Lagen (Sexterionen): 4 VI, VI-2, 5 VI, V, 5 VI, V, VI-5, 4, z.T. mit Wortreklamanten.
Seiteneinrichtung: Schriftspiegel 255 x 165 mm. Einspaltig zu 15 Langzeilen
Schrift und Hände: von 1 Hand in gotischer Textur (littera textualis formata) geschrieben, mit schwarzer Tinte
Musiknotationen: 15 Notensysteme mit Quadratnoten auf 4 schwarzen Notenlinien.
Buchschmuck: Anfangsbuchstaben abwechselnd rot und blau in der Form des Unzialalphabets (Lombarden) mit Fleuron in verwechselten Farben. Dazu schwarze Majuskeln mit roten Strichen und pergamenthellen stilisierten Eichblättern, Palmetten, Rosetten und gelegentlich mit menschlichen Gesichtern verziert (Cadellen). Einige kleinere und grössere Fleuroninitialen. Rubriziert.
Einband: 16./17. Jh. - Ledereinband. 2 abgekantete Holzdeckel. Weisses Leder. Im Rücken fünf Doppelbünde. Block bei der Neubindung beschnitten. Renaissanceblindpressung. Messingbeschläge auf VD und RD (Ecken und Mitte), 2 Leder-Metall-Schliessen von der Kante des RD zur Mitte des VD.
Zusatzmaterial: Vorder- und Hinterdeckel-Spiegelblatt aus einem Missale (15. Jh.): VD Kanon, RD Gebete zur Kommunion.
Inhaltsangabe:
  • I. Bl. 1r-277v [Antiphonarium]
      • (1v) Jn aduentu domini ad uesperas R[esponsoriuim] Ecce dies uenient. V[ersus] Rorate celi desuper. Jn ewangelio a[ntiphona]. Ecce nomen domini uenit …–… 277v Intuit[atorium] Preoccupemus f. d. et i. p. Item Preoccupemus f. d. Populus do[mini]. Item Quoniam de[us]. Item Deus mag[nus]. Item Non sit vo[bis]. Aue maria. Item. Aelleluia, alleluia.
    • 1. (Bl. 1r-152v) [Proprium de Tempore] 1r Jn aduentu domini ad uesperas R[esponsorium] …–… 152v a[ntiphona] Dulce lignum. Alleluia alleluia alleluia alleluia alleluia alleluia alleluia. evovae.
      Zu bemerken: Spätere Nachträge am unteren oder oberen Rand (15.-17. Jh.): Die Ergänzungen Bl. 147v-150v sind Magnificat-Antiphonen für die Wochentage (Montag bis Freitag). Auf Bl. 14v findet sich ein handschriftlicher Eintrag des Abtes Ulrich III. Wittwiler. - Auf BI. 59v steht am Rand der Eintrag: W V. M. 1607. Dafür in Frage käme vielleicht P. Wolfgang Müller, † 1629, OSB in Einsiedeln: MBH 3, 1934, 286.
    • 2. (Bl. 153r-250v) [Proprium Sanctorum] 153r Andree ad vesperas R[esponsorium] Dum deambularet …–… 250v o beata uirgo ora iugiter pro reatibus supplicum tuorum. evovae.
      Zu bemerken: Nachträge von späterer Hand am unteren oder oberen Rand (14.-17. Jh.).
    • 3. (Bl. 251r-275v) [Commune Sanctorum] 251r Jn vigilia vnius apostoli. ad nonas antiphona. Non uos me elegistis sed ego elegi uos …–… 275v Aue maria. Item alleluia alleluia.
      Zu bemerken: Nachträge von späterer Hand am unteren oder oberen Rand (15.-17. Jh.). - Bl. 276-277 herausgerissen (Textverlust).
    • II. (Bl. 278r-281v) [Appendix] 4 Blätter des 16. Jh. - Anfang fehlt 278r […] frui et intueri agmina sanctorum splendidius sideribus micantia. Euouae. De S. Scholastica R[esponsorium] Cum sanctus Benedictus …–… 281v Gloria patri et filio et spiritui sancto. Ibique.
      Zu bemerken: Als Schreiber des Anhangs kommt von der Schrift und der Notation her P. Johannes Hunzikofer in Frage, der auch die Ergänzungen in Cod. 613(340) schrieb und mit seinen Initialen (F.I.H.) und dem Jahr 1561 versah (siehe daselbst).
Erwerb der Handschrift: Alte Signatur (17. Jh.): Folio Num. 185 B. V. Einsidlensis; (Rötelsignatur: XLIX. 7).
Bibliographie:
  • Beer, Buchmalerei, 69-71;
  • Benziger, Buchgewerbe, 14f.;
  • Birchler, Kunstdenkmäler, 192;
  • Bruckner, Scriptoria V, 81f., 126;
  • Cimelia Einsidlensia, 7;
  • Festschrift Abt Gregor, 269, 284;
  • Helbling L., Die Stiftsbibliothek Einsiedeln. Versuch einer kleinen Einführung (Librarium 1, 1958, 27-43);
  • Lang, Verzeichnis, 37;
  • Lang, Mittelalterliche Handschriften, 34f., 38;
  • Lang O., Einsiedeln (MGG2 Sachteil 2), 1995, 1699f.;
  • Lang, Lex divina, 235;
  • Lang, Der Mönch und das Buch, 33;
  • Lang O., Uniformitas. Anspruch und Wirklichkeit (Congaudent angelorum chori. P. Roman Bannwart OSB zum 80. Geburtstag. Festschrift, hrsg. von Th. Bruggisser-Lanker und B. Hangartner, Schriftenreihe der Musikhochschule Luzern 1, Luzern 1999, 99-118);
  • Lang O., Die Meinradsliturgie. Eine liturgiegeschichtliche Studie (Sankt Meginrat, Festschrift zur zwölften Zentenarfeier seiner Geburt, hrsg. von O. Lang, St. Ottilien 2000, 72f., 82f.);
  • Lang, Musica sacra, 40f.;
  • Morel, Catalogus, Cod. 611;
  • Ringholz O., Geschichte des Fürstlichen Benediktinerstiftes U.L.Fr. zu Einsiedeln unter Abt Johannes I. von Schwanden. 1298-1327. Mit besonderer Berücksichtigung des schwyzerisch-einsiedeln'schen Marchenstreites (1114-1350). Mit urkundlichen und artistischen Beilagen, Einsiedeln 1888, 23-25;
  • Ringholz, Geschichte, 132f.;
  • Sankt Meginrat, 72f., 82f.;
  • Schubiger A., Die Sängerschule St. Gallens vom achten bis zwölften Jahrhundert. Ein Beitrag zur Gesanggeschichte des Mittelalters. Mit vielen Facsimiles und Beispielen, Einsiedeln 1858;
  • Schubiger A., Die Pflege des Kirchengesanges und der Kirchenmusik in der deutschen katholischen Schweiz, Einsiedeln 1873, 17f.;
  • Vetter P., Einsiedeln (MGG 3, 1954, 1200).