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		<fileDesc>
			<titleStmt>
				<title>Missale Basileense, „Codex Gressly“</title>
			</titleStmt>
			<editionStmt>
				<edition>Elektronische Version nach TEI P5.1</edition>
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					<resp>Konvertierung nach TEI: <persName>Brigitte Roux</persName>
						<date when="2024-07-05">05.07.2024</date>
					</resp>
					<name>e-codices - Virtual Manuscript Library of Switzerland</name>
				</respStmt>
			</editionStmt>
			<publicationStmt>
				<publisher>e-codices - Virtual Manuscript Library of Switzerland</publisher>
				<availability status="restricted" n="cc-by">
					<licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">
						<p>Creative Commons Attribution 3.0 Unported (CC BY 3.0)</p>
					</licence>
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			</publicationStmt>
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				<msDesc xml:id="biaso-0001_Muetel" xml:lang="deu">
					<msIdentifier>
						<settlement>Solothurn</settlement>
						<repository>Bischöfliches Archiv des Bistums Basel</repository>
						<idno>Hs 1</idno>
					</msIdentifier>
					<head>
						<title>Missale Basileense, „Codex Gressly“</title>
						<origPlace>Gebiet des historischen Bistums Basel (Elsass?)</origPlace>
						<origDate notBefore="1050" notAfter="1099">Zweite Hälfte 11. Jhd., Nachträge aus dem 12. Jhd.; Anmerkungen aus dem 14. - 15. Jhd.</origDate>
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					<msContents>
						<summary></summary>
						<textLang mainLang="lat">Lateinisch</textLang>
						<msItem>
							<locus from="1r" to="50v">1-50v</locus>
							<note>Graduale mit Neumen</note>
						</msItem>
						<msItem>
							<locus from="50v" to="51r">50v-51r</locus>
							<note>Nachträge (Requiem, Canticum Benedictus, Versus Alleluiaticus)</note>
						</msItem>
						<msItem>
							<locus from="52r" to="55r">52r-55r</locus>
							<note>Kalendarium (Martyrologium), komputistische Notizen</note>
						</msItem>
						<msItem>
							<locus from="56r" to="150r">56r-150r</locus>
							<note>Sakramentar</note>
							<msItem>
								<locus from="56r" to="62r">56r-62r</locus>
								<note>Ordo Missae</note>
							</msItem>
							<msItem>
								<locus from="62r" to="128r">62r-128r</locus>
								<note>Proprium der Messen im Jahreskreis und Heiligenfeste</note>
							</msItem>
							<msItem>
								<locus from="128r" to="150r">128r-150r</locus>
								<note>Votivmessen</note>
							</msItem>
						</msItem>
						<msItem>
							<locus from="150v" to="353v">150v-353v</locus>
							<note>Lektionar</note>
						</msItem>
						<msItem>
							<locus from="354v" to="378v">354v-378v</locus>
							<note>Rituale</note>
						</msItem>
						<msItem>
							<locus from="378v" to="380v">378v-380v</locus>
							<note>Nachträge (Orationen, Secretgebete für verschiedene Messen)</note>
						</msItem>
					</msContents>
					<physDesc>
						<objectDesc form="codex">
							<supportDesc material="perg">
								<support>Pergament</support>
								<extent>
									<measure type="leavesCount">380 Blätter</measure>
									<measure type="pageDimensions" n="28 28,5 cm x 20 20,5 cm">28-28,5 cm x 20-20,5 cm</measure>
								</extent>
								<foliation>neue Foliierung in Bleistift</foliation>
								<collation>
									50 Lagen, <term>Quaternionen</term> bis auf Lagen 7 und 8, 50: <term>Binionen</term>, Lage 45: <term>Ternio</term>; (3<hi rend="sup">-3</hi>+4), 5IV, 2II, 3IV, (4+2<hi rend="sup">-6,-8</hi>), 32IV, (2<hi rend="sup">-1</hi>+3), (4+3<hi rend="sup">-8</hi>), 3IV, (2+1<hi rend="sup">-3</hi>) 
								</collation>
								<condition></condition>
							</supportDesc>
							<layoutDesc>
								<layout columns="1" writtenLines="17 26">doppelte Blindlinien, Schriftspiegel <measure type="written">21 x 13,5 cm</measure>, Kalendarium und komputistische Texte in zwei Spalten, der Rest in Langzeilen, 17 (Graduale) bis 26 Zeilen
									
								</layout>
							</layoutDesc>
						</objectDesc>
						<handDesc hands="12">
							<handNote script="carol">
								<p>
									karolingische Minuskel, teils im schrägovalen Stil, 12 Hände
								</p>
							</handNote>
						</handDesc>
						<musicNotation>Die im Codex verwendeten Neumen-Typen «verweisen auf einen geografischen Raum, der das Zusammentreffen sanktgallischer, französischer und ‘frühdeutscher’ Elemente begünstigte.»  Max Lütolf vermutet daher das <placeName>Elsass</placeName>, welches Teil des historischen Bistums Basel war, als Entstehungsregion des Codex.</musicNotation>
						<decoDesc>
							<decoNote>
								Federzeichnungen: braune Tinte für die Grundzeichnung, orangene Tinte für Hervorhebungen
								<list>
									<item><locus from="59v">Fol. 59v</locus> Kanonbild. Darstellung der Kreuzigung und der ehernen Schlange. Das Kanonbild ist ikonografisch bedeutsam, da die Zeichnung auf der Schriftdeutungstradition der Typologie beruht. Die eherne Schlange (Num 21,6-9) des Mose wird als Präfiguration der Kreuzigung Christi gezeigt. Das T des Beginns des Messkanons (<quote>Te igitur</quote>) dient als Kreuzesstamm. Links von Kreuz stehen drei Apostelfiguren. Lediglich eine Figur lässt sich durch ihr Attribut, die Schlüssel eindeutig benennen als hl. Petrus. Rechts vom Kreuz stehen vier Figuren in kurzen Tuniken, die sich der ehernen Schlange zuwenden und die alttestamentlichen Israeliten darstellen. Die Schlange ist mit Flügeln und Vorderpfoten versehen, was ihr ein hundeähnliches Aussehen verleiht. Sie ringelt sich mit ihrem Schwanz um eine Säule. Auch wenn beide Szenen als Bildmotive bekannt waren, ist die Verbindung in einer typologischen Komposition für die Zeit innovativ. Der Stil der Federzeichnung und das Übereinandergreifen von Bild- und Textelementen ist hingegen konventionell.</item>
									<item><locus from="150v">Fol. 150v</locus> Hl. Paulus. Die zweite grosse Zeichnung markiert den Beginn des Lektionars. Dargestellt ist der hl. Paulus, der von zwei Figuren im oberen Bildfeld Schreibwerkzeug gereicht bekommt: Feder, Tintenhorn und eine Schriftrolle. Für den hl. Paulus ist dies eine sehr ungewöhnliche Ikonografie. Die Bildkomposition lehnt sich an Darstellungen der vier Evangelisten an, die ihre Inspiration zum Schreiben durch göttliche Eingebung erhalten. Nur durch die beigefügte Beschriftung ist die Figur als Paulus zu identifizieren. Es scheint, dass dem Zeichner keine eigene Ikonografie für die Gestaltung einer Paulusfigur vorlag, weshalb er Anleihen an dem weit verbreiteten Typus der Evangelistenbilder nahm.</item>
								</list>
								Beide Zeichnungen sind auch als Paar zu lesen, da die beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus besonders betont werden. 
							</decoNote>
							<decoNote>
								Initialen: Majuskeln, über mehrere Zeilen, Rankenornament, Flechtwerkstil <locus from="59r">Fol. 59r</locus> <quote>Vere dignum</quote>; <locus from="59r">Fol. 62r</locus> <hi rend="italic">Deus</hi>; <locus from="86r">Fol. 86r</locus> <hi rend="italic">Deus</hi>; <locus from="251r">Fol. 251r</locus> <hi rend="italic">Primum</hi>; <locus from="251v">Fol. 251v</locus> <hi rend="italic">In</hi>; <locus from="253v">Fol. 253v</locus> <hi rend="italic">Cum</hi>.
							</decoNote>
							<decoNote>
								Rubrizierungen: Majuskelschrift, mennigrot, stark verblasst
							</decoNote>
							<decoNote>Schmuckelement: <locus from="1r">Fol. 1r</locus>	Darstellung einer Katze. Die Zeichnung einer Katze zu Beginn des Codex ist kleinformatig und befindet sich am oberen Rand. Sie hat eine eher dekorative Funktion.</decoNote>
						</decoDesc>
						<additions><p>Hinweise zur Provenienz geben Nachträge in der Handschrift. Einträge im Kalender, die auf das <date>13. Jhd.</date> datiert werden (<quote>Dedicatio Basiliensis eccl.</quote>, 11.10, Obiit-Einträge: <quote>Luotholdus eps.</quote>, 16.1. und <quote>Ortliebus eps.</quote>, 18.8) zeigen eine Verbindung zum Gebiet des historischen Bistums Basel. Beide memorierten Bischöfe, <persName>Lüthold II. von Röteln</persName> und <persName>Ortlieb von Froburg</persName> hatten Beziehungen zur <orgName>Propstei Moutier-Grandval</orgName>.</p>
							<p>Im <date>15. Jhd.</date> wurden im Kalendarium (fol. <locus from="53v">53v</locus>/<locus from="54r">54r</locus>) und auf einer ursprünglich unbeschriebenen Seite (fol. <locus from="97v">97v</locus>) Notizen und ein Zinsverzeichnis vermerkt, die auf die Kapelle Le Vorbourg bei <placeName>Delémont</placeName> hinweisen. Der im Kalender ebenfalls nachgetragene Verweis <quote>Dedicacio huius capelle</quote> am 16.11, Fest des hl. Otmar, deutet ebenfalls auf eine Verbindung zu dieser Kapelle hin, die den hl. Otmar als Mitpatron hatte.</p></additions>
						<bindingDesc>
							<binding notBefore="1986" notAfter="1986">
								<p>
									moderner <locus from="Vorderseite">Ledereinband</locus> (<date>1986</date>)
								</p>
							</binding>
						</bindingDesc>
						<accMat></accMat>
					</physDesc>
					<history>
						<origin><p></p></origin>
						<provenance><p></p></provenance>
						<provenance><p>Der Codex wurde seit den 1830ern in der Hauskapelle der Familie Gressly in <placeName>Solothurn</placeName> aufbewahrt. Der Stifter vermutete, dass der Codex aus dem Besitz der Chorherren von <placeName>Moutier-Grandval</placeName> stammt, die <date>1792</date> auf der Flucht vor französischen Revolutionstruppen mit ihren wichtigsten Schriftstücken nach Solothurn geflohen waren. Zeitgenössische Quellen über diesen Vorgang fehlen allerdings.</p></provenance>
						<acquisition>
							Der Codex gelangte <date>1986</date> als Schenkung von <persName role="former_possessor" key="pnd_119210053">Dr. Max Gressly</persName> an das Bistum Basel und wird heute im Bischöflichen Archiv aufbewahrt. Vor der Schenkung erfolgte eine Restaurierung, bei der Fehlstellen am Pergament ergänzt wurden und der gesamte Codex neu gebunden und mit einem neuen Einband versehen wurde. Der bei der Restaurierung entfernte Einband war nicht original sondern stammte aus dem <date>19. Jhd.</date>
						</acquisition>
					</history>
					<additional>
						<adminInfo>
							<recordHist>
								<source>
									<bibl>Zusammenfassung nach Hänggi-Ladner (1994), wenige Ergänzungen zur Ikonografie von <persName>Alexandra Mütel</persName>, <date>2024</date>.</bibl>
								</source>
							</recordHist>
						</adminInfo>
						<listBibl>	
							<bibl><hi rend="small-caps">Hänggi</hi>, Anton; <hi rend="small-caps">Ladner</hi>, Pascal: Missale Basileense saec. XI (Codex Gressly), Freiburg/Schweiz 1994 (Spicilegium Friburgense 35A u. 35B). [Bd. 1:] Textband. [Bd. 2:] Faksimileband, mit einem Beitrag von Max <hi rend="small-caps">Lütolf</hi>: Die Gesänge im Codex Gressly. Hinweis: der «Faksimileband» enthält nur eine Auswahl einzelner Abschnitte in s/w.</bibl>
								<bibl><hi rend="small-caps">Palazzo</hi>, Eric : L'illustration du codex Gressly, missel bâlois du XIe siècle, in: Histoire de l'art, 11 (1990), S. 15-22.</bibl>
						</listBibl>
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			<p></p>
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