Basel, Universitätsbibliothek, G2 II 58
Titre du manuscrit: Deutsche Legenden und Predigten
Origine: Ostalemannischer Sprachraum
Périodes:
- 1382
- Ende 14. Jh.
Ancienne Cote:
AN V 42
Support: Papier
Volume:
282 Blätter (1 Band)
Format: 20 x 15 cm
Numérotation des pages: Moderne Bleistiftfoliierung: 1-282; bis Bl. 165 zusätzlich alte Foliierung in römischen Zahlen, die auf Bl. 2 mit "ii" beginnt (ursprünglich erstes Blatt fehlt).
Composition des cahiers:
Zusammengesetzt aus zwei kodikologischen Einheiten.
Mise en page:
Schriftraum: 14 x 9 cm. Fortlaufender Prosatext, 20-30 Zeilen pro Seite, Teil I tendenziell weniger dicht beschrieben (d.h. weniger Zeilen pro Seite) als Teil II.
Type d'écritures et copistes:
Teil I und Teil II geschrieben von je einer Hand des ausgehenden 14. Jahrhunderts.
Décoration:
Beide Teile sind rubriziert: i.d.R. 2- bis 3zeilige rote Lombarden an den Textanfängen; in Teil I z.T. rote Strichelungen bei den Titeln (z.B. 63r, 76r, 84v); ab Anfang der Legende von Arbogast (92r) bis 181r zusätzlich rote Strichelungen, Unterstreichungen und Durchstreichungen.
Ajouts: Zeitgenössische Nachträge und Korrekturen.
Reliure:
- Einband 15. Jahrhundert: Holzdeckeleinband, mit hellbraunem Leder überzogen; zwei Schliessen fehlen. Diverse Blattweiser aus rotem Leder auf den Blättern mit Textanfängen. Im vorderen Spiegel Papier mit Inhaltsverzeichnis des 15. Jahrhunderts. Unter dem Papier des vorderen Spiegels sowie im hinteren Spiegel beschriftete Pergamentmakulatur ca. des 12. Jahrhunderts; die gleiche Pergamentmakulatur auch in den Lagenmitten.
- 1r Eintrag des 19. Jh. mit Verzeichnis der beiden Teile, Besitzeintrag der Bibliotheca publica Basiliensis und Provenienzhinweis e Biblioth. Bruckeriana emtus 1808.
- Die Bünde sind vor dem Rückendeckel komplett durchgebrochen, die letzte Lage ist lose.
Langue principale: Deutsch (östliches Alemannisch)
Sommaire:
Origine du manuscrit: Die Handschrift ist im ostalemannischen Sprachraum Ende des 14. Jahrhunderts entstanden. Sie wurde wohl im 15. Jahrhundert zusammengebunden aus zwei ursprünglich selbstständigen Teilen. Teil I geschrieben 1382 (vgl. 249v), Teil II Ende 14. Jh.
Provenance du manuscrit: Auf 1r Eintrag des 19. Jahrhunderts mit Titel, Besitz- und Herkunftsangabe, wobei Letztere lautet e Bibliotheca Bruckeriana emtus 1808. Die Herkunft des Bandes ex reliquiis Bibliotheca Bruckeriana ist im Akzessionsverzeichnis der Universitätsbibliothek Basel, 1772-1829, nicht separat aufgeführt, sondern dürfte unter den dortigen Eintrag "nebst noch einigen anderen Mss.ta minderer Bedeutung" fallen (UB Basel, AR I 25, 49r). Beim Vorbesitzer Brucker dürfte es sich wahrscheinlich um Johann Heinrich Brucker (1725-1754) gehandelt haben, doch ist diese Frage bisher nicht endgültig geklärt. Die Vermutung von Roth (1911), dass es sich um Daniel Bruckner (1707-1781) gehandelt haben könnte, scheint angesichts des nicht genau passenden Namens wenig wahrscheinlich.
Acquisition du manuscrit:
Stempel der "Bibl. Publ. Basiliensis" auf 1r und 2r, Stempel der "Universitäts-Bibliothek Basel" auf 249v, 253r und 280v. Ehemalige Signatur in der UB Basel: AN V 42.
Bibliographischer Nachweis:
- Roth, Carl. - Ungedruckte Beschreibung. - Basel, Okt. 1911
- Scarpatetti, Beat Matthias von u.a. - Katalog der datierten Handschriften in der Schweiz ..., Bd.1. - Dietikon; Zürich, 1977, Nr. 598
- Mertens, Volker. - Das Predigtbuch des Priesters Konrad (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters 33). - München 1971, S. 14-27
Literatur:
- Wackernagel, Wilhelm. - Die altdeutschen Handschriften der Basler Universitätsbibliothek. - Basel, 1835, S. 21-25
- Wackernagel, Wilhelm. - Altdeutsche Predigten und Gebete. - Basel, 1876, S. 43-63 Nr. 27-35 u. S. 255ff.; 253r-280v
- Mertens, Volker. - Von dem iungsten tage. Eine Predigt aus dem Umkreis des Predigtbuches des Priesters Konrad. - In: Würzburger Prosastudien 1. - München, 1968, S. 102-121; 262v-267r
- Morvay, Karin u. Grube, Dagmar. - Bibliographie der deutschen Predigt des Mittelalters. - München, 1974
- Kunze, Konrad. - Minophilus und Zosimus von Anazarba, in: Analecta Bollandiana 94 (1976), S. 47-62, hier
- Kunze, Konrad. - Art. "Biberli(n), Marquard". - In: 2VL 1 (1978), Sp. 842f. + 2VL 11 (2004), Sp. 248, hier Bd. 1, Sp. 842
- Schmidtke, Dietrich. - Studien zur dingallegorischen Erbauungsliteratur des Spätmittelalters (Hermaea N.F. 43). - Tübingen, 1982, S. 33, 166
- Ladisch-Grube, Dagmar. - Art. "Hochalemannischer Prediger". - In: 2VL 4 (1983), Sp. 76f., hier Sp. 76
- Williams-Krapp, Werner. - Die deutschen und niederländischen Legendare des Mittelalters (Texte und Textgeschichte 20). - Tübingen, 1986, S. 15, 24, 386, 443, 445
- Hilg, Hardo. - Art. "Marienmirakelsammlunge". - In: 2VL 6 (1987), Sp. 19-42 + 2VL 11 (2004), Sp. 977, hier Bd. 6, Sp. 31
- Williams-Krapp, Werner. - Art. "Nikolaus". - In: 2VL 6 (1987), Sp. 1037-1039, hier Sp. 1039
- Mertens, Volker. - Art. "Tiroler Predigtsammlung". - In: 2VL 9 (1995), Sp. 936-939 + 2VL 11 (2004), Sp. 1541, hier Bd. 9, Sp. 936
- Schiewer, Hans-Jochen. - Art. "Strauchs altdeutsche Predigten". - In: 2VL 9 (1995), Sp. 387-389, hier Sp. 387
- Schiewer, Regina D. - Sermons for Nuns of the Dominican Observant Movement. - In: Muessig, Carolyn (Ed.). - Medieval Monastic Preaching. - Leiden, Boston, Köln, 1998, S. 75-92, hier S. 85 Anm. 16
- Schiewer, Hans-Jochen. - Uslesen. Das Weiterwirken mystischen Gedankenguts im Kontext dominikanischer Frauengemeinschaften. - In: Deutsche Mystik im abendländischen Zusammenhang. Neu erschlossene Texte, neue methodische Ansätze, neue theoretische Konzepte. Kolloquium Kloster Fischingen 1998, hg. von Walter Haug und Wolfram Schneider-Lastin. - Tübingen, 2000, S. 581-603, hier S. 584f.
- Schiewer, Hans-Jochen. - Literarisches Leben in dominikanischen Frauenklöstern des 14. Jahrhunderts: Das Modell St. Katharinental bei Diessenhofen. - In: Studien und Texte zur literarischen und materiellen Kultur der Frauenklöster im späten Mittelalter. Ergebnisse eines Arbeitsgesprächs in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, 24.-26. Feb. 1999, hg. von Eva Schlotheuber und Volker Honemann. - Leiden / Boston, 2004 (Studies in Medieval and Reformation Thought XCIX), S. 285-310, hier S. 301f.
- Krapp, Werner Williams. - Art. "Agatha von Catania". - In: 2VL 11 (2004), Sp. 26f. + 2VL 11 (2004), S. XIII, hier Sp. 27
- Conzelmann, Jochen. - Die Johannsen-Devotion im Dominikanerinnenkonvent St. Katharinental bei Dießenhofen - Ein Modellfall für Literaturrezeption und -produktion in oberrheinischen Frauenklöstern zu Beginn des 14. Jahrhundert. - In: Predigt im Kontext, hg. von Volker Mertens u.a. - Berlin/Boston, 2013, S. 299-331, hier S. 325 Anm. 79
- Dietl, Cora. - Einsiedeln. - In: Klostergründungserzählungen des deutschen Sprachraums. Eine Anthologie, hg. von Edith Feistner in Verbindung mit Cora Dietl, Christoph Fasbender und Gesine Mierke (Regensburger Studien zur Literatur und Kultur des Mittelalters 6). - Berlin, 2021, S. 211-291, hier S. 211-216; 220v-239v
Online:
Mise en page:
(VI-1+1)12 + 20 VI252. Das ursprünglich erste Blatt fehlt; Bl. 1 ist modernes Vorsatzblatt. Reklamanten ganz oder teilweise erhalten auf 12v, 24v, 36v, 48v, 120v, 168v, 180v, 204v.
Sommaire:
- VordererSpiegel Inhaltsverzeichnis des 15. Jahrhunderts. Anfangs ausführlich mit Aufzählung aller Legenden, danach eher summarisch.
- 1r Titelblatt mit Inhaltsverzeichnis, Provenienzhinweis und weiteren Informationen. 19. Jahrhundert
- 1v leer
- 2r-40v Julian, aus dem Legendar des . //straffung und manung sprach der hailig iungling: Ich wil üch nit geloben noch verzihen . …–… hailigen priester und die süben hailigen brůder dz si unz ze helff komint [40v ] an der stunt dez dotez. Amen. Anfang fehlt.
- 40v-54v Anastasius, aus dem Legendar des . [Titel am oberen Seitenrand:] >Von sancto Anastasio< In den ziten dez kayserz Kosdroe do gieng ain grozzer lümd uf under die haydenschafft von der krafft dez hailigen crützes …–… und fůr do wider in sin closter und sait sinem abt und sinen brüdern wie er sin leben volendet hett.
- 54v-63r Longinus, aus dem Legendar des . >Von sancto Longinus< Hie vachet an dü bekert und dz leben dez aller hailigosten Longinus der uns uf tet dz süz hertz unsers lieben herren Jesu Cristi …–… dz in uns uf wallend werd der lebend brunn der uns wider laitent si den ursprung dannen wir geflozzen sind. Amen.
- 63r-76r Erasmus, aus dem Legendar des . >Von sancto Erasmus< In den ziten dez kayserz Diocletiani do waz ain groz durchächtung der cristenhait und wolt opfren. Der wart gemartret und do diz der hailig sant [63v ] Erasmus gehort …–… do wart er in ain wallenden haffen gelait mit bli und bech zem ix vast geladen und gebunden in ain kerker gelait.
- 76r-84v Bonifatius von Tarsus, aus dem Legendar des . >Von sancto Bonifacius< In den ziten do die unmilten kayser Dyocletianus und Maximianus richsotent do waz ain unmessigü durchächtung der cristenhait. Nun waz in dem selben zit ain gar höchi frow …–… in kain ellend komen, dez helff uns der hailig Bonefacius und unser herr Jesus Cristus. Amen.
- 84v-92r Fortunata, aus dem Legendar des . >Von sancta Fortunata< In der stat Zesarea dz waz ain sumlichü edlü junkfro hiez Fortunata und het ain můter dü waz ain haidinn …–… uf luter warhait nach dem bild unserz lieben heren Jesu Cristi und siner geminten gemachelnn s. Fortunatun.
- 92r-106r Arbogast, aus dem Legendar des . >Von sant Arbgast< Ecce sacerdoz magnus qui in diebus suis etc. [Sir. 44,16] Disü wort sind geschriben in dem bůch der warhait und der wishait …–… s. Arbgast und al gotez hailigen also erint daz wir mit im und mit allen gotez hailigen besiczing dz ewig leben.
- 106r-120r Adrian, aus dem Legendar des . >Von sant Adrianus< Man findet geschriben von dem hochen marterer s. Adrian dez hochzitlich er tag ist an unser frowen tag ze herbst …–… da kumint zů innen, dz helff uns got und dü hailig Natalia und der hailig s. Adrianus mit siner geselschafft.
- 120r-130r Germanus, aus dem Legendar des . >Von s. Germanus< Der hailig sant Germanus waz geborn von edelm hochen geschlächt [120v ] von der stat Anchisiodoro die lit in Frankrich und do er ain jungling waz …–… und dar ob ainen ainigen rok und vastet al tag bi gierstim brot und ze wasser und dz übrig gab er den armen.
- 130r-135v Theophilus, aus dem Legendar des . >Von Thyopfhilo< Dü milt můter unserz lieben herren Iesu Cristi der hilff und erbarmhertzkait alz ertrich vol ist und kainen [am Rand ergänzt:] mönschen [gestrichen: marterer] lat der ir getrulich dienet …–… und gedürftkait habend si an ze rüffent und dü da kainen [gestrichen: marterer] [am Rand:] mönschen lat der ir mit trewen wartet und dienet.
- 136r-147r Quintinus, aus dem Legendar des . [Titel am oberen Seitenrand:] >Von sant Quintinus< Ze den ziten dez unmilten kaysers Maximiani do waz ain unmässigü durechätung der cristenhait und also dz sich etlich von den cristen verburgent …–… von allen unwarhaften gelouben trost dz wir getröstet und erlücht werdint mit der warhait dü got selber ist.
- 147r-151v Chrysantius, aus dem Legendar des . >Von s. [Name fehlt]< Der hailig Crysantius waz ainz hochen herren sun in Allaxandria hiez Plennus und waz der wierdigost und der edlost in dem land …–… bi innen in dem ewigen rich da ir selan mit fröden růwent in got. Ir tag ist mornend nach S. Andrez tag.
- 151v-157r Zosimus, aus dem Legendar des . Der hailig alt vater Zosimus waz in sinem leben fürschmider hailkait von er waz ain nach volger dez alr hailigosten heren s. Johans Baptist …–… also dz er och von uns gelobt werd und wier besitzint nach disem leben dz ewig leben. Amen.
- 157r-164v Minophilus, aus dem Legendar des . >Minophilus< Nach dem zit do unser her Iesus Cristus sin geminten junger die hailigen zwölff boten zů im in dz ewig leben het genomen do wolt er die hailigen cristenhait …–… nun helff uns der hailig Minofilus und unser lieber her Iesus dz wir komint in dz land da allez laid ist unerkant.
- 164v-185r Genoveva, aus dem Legendar des . >Von s. Genefafen< Hie vachet an dz leben der hailigen maget Genefafen die got siner ewigen fürsichtikait im selber hat user welt zu ainer gemachelen …–… man sait von ir wer si eret an dem abent mit ainem pater noster weller stund er denn begert ze wachen in der nacht dz si im dz erwierbz. Ir tag ist an s. Johans Evangelist octave.
- 185r-190v Predigt auf das Fest Allerheiligen, Hochalemannischer Prediger. >Tempus spargendi lapidez et tempus colliendi [Eccl. 3,5]< Disü wort sindt geschrieben in ecclesiastico und sprechend die ze tüsche also: Es ist ain zit dz man die stain von ain ander zertailet …–… dz uns daz wider var dz ver [190v ] lich mir und üch der vatter und der sun und der hailige gaist. Abdruck: Wackernagel (1876)
- 190v-200r Nikolaus, Prosalegende. >Erit Nasarenus dominus ab infantia sua et ipse incipiet liberare Ysrael< Disü wort stand geschriben in ainem alten bůch und sprechent als vil ze tüsch: Er wirt ain Naserenus unser her von sinen kintlichen tagen untz an sin end …–… die ewigen fröd in himelrich dz uns dz wider var dez helff mir und üch der vatter und der sun und der hailig gaist. Amen. Williams-Krapp (1986), S. 444f., Nikolaus von Myra, Fassung 2
- 200v-203v Bericht über das Land des Priesters Johannes. Ain her [durchgestrichen: hiez] dez landez Yndia der waz ain ertzbischoff und hiez Johannes und do er erwelt wart zů der wirdikait dez bystums do kam er dar nach …–… tet er da bekant dz leben unserz herren und sin hailigen marter und sin urstendi und toufte sü und lert si fölklich cristan geloben. Abdruck: Wackernagel (1876)
- 203v-206r Weihnachtspredigt. >Gloria in altissimis deo [Luc. 2,14]< Wend ir hören wanna disü wort kament und wa si getihtet wurdent und wer si wärent die si sprachent. In dem zit do unser behalter Iesus Cristus wolt komen in diz welt …–… mugent enhainen gewalt haben swa man disen süssen namen Ihesus [206r ] nemmet und in sinem namen wirt begeret.
- 206r-207v Weihnachtspredigt. >Puer natus est nobis [Js. 9,6]< Circa officium hodiernum tria sunt consideranda. Zem ersten: War umb, war umb got den menschen nit mit worten erlösöset hett ze dem ander maul war umb er von ainer magt geborn wolt werden …–… und won unser her Jesus Cristus wart gebarn von ainer maget umb unser gelük da von vachet dz ampt an. Puer natus est nobis etc.
- 207v-210v Predigt zum Gründonnerstag. >Aante diem festum [Joh. 13,1]< Sant Johans Ewangelist scribet hüt in dem ewangelio dz unser herr an dem grossen dunstag sinen junger die füzz wůsche …–… dz er an uns nit vinde dz sinem götlichen hertzen misvalle. Dz uns dz widervar dz verlich mir und üch der vatter und der sun und der hailig gaist.
- 210v-216v Passionspredigt. Nun scribent uns die vier ewangelisten in den vier passion von unsers heren marter und schribet der erst sant Matheus dz unser her sinen gaist us sandt und sprichet …–… die ewigen fröd da habint vor miner angesicht. Dz uns dz wider var dez helff mir und üch der vatter, sun und der hailig gaist. Amen. Zweiter Schluss:] Wistint di lüt waz nutzes in da von kumet dz si von got redent …–… dz si von unserm herren Iesu Cristo redent dz ist dz ir hertze erkantnüst gewan und brinnende wart in der gotez minne. Amen.
- 217r-220v Predigt auf das Fest der Erscheinung des Herrn. >Surge et illuminare Ierusalem etc. [Js. 60,1]< Ez ist ain gross frigune cristans geloben allez dz die wissagen sagent und ie gesaitent dz üch dz allez erfüllet ist …–… an dem jungsten tag vor siner angesiht erschinen sond dz uns dz wider var dz verlich mir und üch der vater und der sun und der hailig gaist. Amen.
- 220v-239v Meinrad, Prosalegende über die Klostergründung, . Es waz ze Sulgen uf der Tůnow gesessen ain graff der hiess graff Berchtolt von Sulgen und waz gar edel und hoch erbarn …–… won ez ist dar umb den heiligen s. Cůntrat und sant Ulrichen wolze [239v ] gelobenne won si warent alz ain liechte der welte. Bitten wir got. Williams-Krapp (1986), S. 443, Meinrad, Fassung 2
- 239v-249v Agatha von Catania, Prosalegende. In Sicilia dem lande in der stat Kathmensium under Dyocletiano und Maximino dem kayser an dem nünden tag dez monentz Februarii Quintianus der richter des landez Sycilie der hort den lümden der hailigen magt sant Agten …–… und umb dz gebett siner martrerin dem da ist ere und glori und gewalt ewiglich in allen dingen von ainer welt in die ander. Amen. Got si gelobt diz tagez dz diz geschrifft volbracht ist in dem lxxxii jar. Williams-Krapp (1986), S. 386, Agatha von Catania, Fassung 4
- 250r-252v leer, abgesehen von Federproben
Sommaire:
- 253r-255r Apostelpredigt. Wwie wir die höhzit der hailigen swolich uns in dem iar choment mit grozzem fliz began und eren süllen …–… diu alle unser sünde bedechet. Wellen wir disiu dinch also behalten so sien wir dem almehtigen got liep. Nu. Abdruck: Wackernagel (1876)
- 255r-257r Märtyrerpredigt. [Titel am Rand:] >De martiribus< Die grozzen und die heren hohzit aller martrer die en möht dehain mensch so wirdigclich ge eren …–… und die hohzit begand diu nimmer end gewinnet da diu ewig fröwd und diu ewig wnne an end ymmer me ist. Nu. Abdruck: Wackernagel (1876)
- 257r-258v Bekennerpredigt. Hie schönen lylien dez paradyses und daz lieht daz uf diu chertzstal gestechet ist daz es lühte allen den …–… die aber an der sele tot waren die erchuchten si und brahten si wider zů gotes hulde. Nu man. Abdruck: Wackernagel (1876)
- 258v-260v Jungfrauenpredigt. [Titel am Rand:] >Von allen mägden< Alle die die daz umb den almehtigen got verdient habend daz si von den nöten [259r ] und von der frais diser unstätiger welt chomen sint …–… wir enpfahen och dehainen andern lon wan daz lop daz wir hie von den lüten enpfahen. Nu man. Abdruck: Wackernagel (1876)
- 260v-262v Kirchweihpredigt. Alle die hohzit die wir in dem iar begangen die sint von got geordent der cristenhait ze trost und ze hilf …–… die immer verlorn sint. Dar umb heben wir unser hend uf hin zů got daz er uns beschirme vor allem übel. Amen. Abdruck: Wackernagel (1876)
- 262v-267r Predigt vom Jüngsten Gericht. Ein ieglich christen mensch sol sorg haben umb die angst zů dem jungsten zů chunft unser herren …–… under sich cheret in bitterlichen wizzen. Da uns got vor behüt durch sin barmherzichait. Amen. Abdruck: Strauch, Philipp. - Altdeutsche Predigten, in: Zeitschrift für deutsche Philologie 27 (1895), S. 148-209, hier S. 148-183 (Nr. 1-9 nach München, Staatsbibl., Cgm 4880)
-
267r-275r
Marienmirakelsammlung. [Titel am Rand:]
>Von ainem bischof und von unser frowen<
Ez waz ze Tolet in der stat ein ertzpischof der hiezz Hyldefonsis und waz mit gůten siten gezieret …–…
von der ewigen verdamnüsse erlöst wart und von der milte gotes [275r ] und siner trut můter.
Die Sammlung umfasst zehn Exempla in deutscher Prosa: 267r-268r Übersetzung von Caesarius von Heisterbach, "Libri VIII miraculorum" III,15; 268r-269r Übersetzung von Caesarius von Heisterbach, "Libri VIII miraculorum" III,16; 269r-269v Exemplum gemäss Tubach, Frederic C. - Index exemplorum. A handbook of medieval religious tales. - Helsinki, 1969 (Folklore Fellow Communications vol. 86, no. 204), Nr. 2094; für die Exempla auf 269v-270r und 270r-270v bisher keine identifizierten Quellen; 270v-271r Exemplum gemäss Tubach, Index Exemplorum (s.o.), Nr. 2235; für die Exempla auf 271r-272r und 272r-273r bisher keine identifizierten Quellen; 273r-274v Exemplum gemäss Tubach, Index Exemplorum (s.o.), Nr. 4761; 274v-275r Exemplum gemäss Tubach, Index Exemplorum (s.o.), Nr. 5146. Fast alle Exempla haben am Rand einen individuellen Titel nachgetragen. - 275r-276v Predigt auf Mariae Himmelfahrt. [Titel am Rand:] >Von der uffart ynser frovwen< Uns sait der gůt sant Lucas an dem hailigen ewangelio wie unser herre in ain chastelle gieng, da enpfing in ain frow diu hiez Martha …–… von dem selben brunnen den uns unser frowe sant Maria braht hat. Nu manend si hiut irr genad daz siu uns helf an lib und an sele. Abdruck: Wackernagel (1876)
- 276v-277v Predigt auf Mariae Himmelfahrt. [Titel am Rand:] >Ain ander red von unser frowen< Maria daz sprichet ain mer sterne. Siu haizet da von mersterne daz ir iren hailigen namen sült an sehen wan alz sich diu scheff diu uf dem mer varend …–… gesetzet an sin zeswen und gechrönet ze ainer vil heren chüniginne über himelrich und über ertrich und über alle die welt. Abdruck: Wackernagel (1876)
- 277v-279r Predigt auf Mariae Geburt. [Titel am Rand:] >Von der geburt unser frowen< Wir lesen an der hailigen geschrift wie der chünig Salomon im selber ainen stůl gemachet het uz helfenbain und het in gezieret mit golt …–… biten daz wir mit irre hilfe wider haim uz disem ellend zů den ewigen genaden chomen müssen. Amen. Abdruck: Wackernagel (1876)
- 279r-280v Predigt auf Petri Kettenfeier. [Titel am Rand:] >Von sant Peters [über gestrichenem "den"] banden< Der gůt herre sant Peter den unser herre der almehtige got Petrum hat gehaizzen der hiez vor Symon e im unser herre den namen gäbe …–… allez dar chöme da sant Peters chetenne bestätet waren und da got dienten und sant Peter. Finitus est liber iste per die corporis Cristi. Amen.
- 281r-282r leer
- 282v Federproben