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Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettF 10
Pergament · 127 ff. · 29-29.5 x 19.5-20 cm · zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts
Evangeliare OCist

Die „Evangelia ad Missas“ genannte Handschrift enthält die Evangelienlesungen der Messe im Jahreslauf nach der zisterziensischen Liturgie. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts geschrieben und ist damit älter als das 1227 gegründete Zisterzienserkloster Wettingen. Nicht bekannt ist, in welchem Kloster sie geschrieben und mit mehrfarbig ausgeführten Rankeninitialen ausgestattet wurde. (gam)

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Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettQ 3
Pergament · 128 ff. · 22 x 17.5 cm · drittes Viertel des 13. Jahrhunderts
Collectarius OCist („Collectaneum“)

Der zisterziensische Collectarius stammt aus dem dritten Viertel des 13. Jahrhunderts. Er enthält liturgische Gebete für das ganze Jahr. Der Entstehungsort der Handschrift ist unbekannt; aus mehreren historischen Notizen geht hervor, dass sie früh in Wettingen verwendet wurde. Im Kalendar sind Gedenktage für die Klosterstifter eingetragen und die kurzen Notae dedicationum Wettingenses berichten von der Gründung und der Ausstattung des Klosters. (gam)

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Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettQ 4
Pergament · 486 pp. · 17 x 12.5 cm · erstes Viertel des 14. Jahrhunderts
Breviarium OCist

Das umfangreiche Brevier verzeichnet die Texte für das Stundengebet im Zisterzienserorden durch das ganze Kirchenjahr. Der Heiligenkalender wie auch die Festgrade entsprechen dem Stand des letzten Drittels des 13. Jahrhunderts. Aufgrund der Schrift lässt sich das Brevier ins frühe 14. Jahrhundert datieren. Unklar bleibt, seit wann die Handschrift im Kloster Wettingen in Gebrauch war. (gam)

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Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettQ 5
Pergament · 115 ff. · 19 x 14 cm · zweites Drittel des 13. Jahrhunderts
Consuetudines OCist

Die zisterziensischen Consuetudines aus dem mittleren Drittel des 13. Jahrhunderts umfassen die grundlegende Carta caritatis und massgebliche Usanzen für den Gottesdienst, für das Leben der Laienbrüder, für das Generalkapitel und für weitere Bereiche bis hin zur Setzung von Akzenten in den Handschriften. Beteiligt waren mehrere Schreiber. Noch im 13. Jahrhundert trug ein weiterer Schreiber auf unbeschriebenen Seiten medizinische Rezepte in deutscher Sprache ein. (gam)

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Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettQ 6
Pergament · 34 ff. · 18.5 x 13.5 cm · letztes Drittel des 15. Jahrhunderts; 16. Jahrhundert
Pontificale OCist

Im zisterziensischen Pontifikale für den Abt aus dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts sind verschiedene Benediktionen und liturgische Formulare zur Weihe von Mönchen und Nonnen und zur Einsetzung einer Äbtissin zusammengestellt. In den Formularen für Weihen in zisterziensischen Frauenklöstern sind die Texte teilweise in deutscher Sprache abgefasst. (gam)

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Basel, Pharmaziemuseum der Universität Basel, Cod. H154
Pergament · 71 ff. · 23.8 x 16.2 cm · 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts
Abschrift des Antidotarium Nicolai

Die Pergamenthandschrift stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Auf 72 Blatt sind rund 300 Arzneirezepte samt Hinweisen zur Herstellung, Anwendung und Wirkung der Arzneien beschrieben. Der Text orientiert sich am Antidotarium des Nicolò Perposito aus der medizinischen Schule von Salerno. Grundsätzlich verfügt die Handschrift über eine schlichte Textgestaltung. Einige kleine Initialen in roter und blauer Tinte, teils mit Verzierungen, schmücken das Textbild. Aus Beilagen lässt sich vermuten, dass Herr Ludwig Bertalot (1884-1960) wahrscheinlich als Vorbesitzer der Handschrift in Frage kommt. Das Pharmaziemuseum konnte die Handschrift 2017 in Daniel Thiersteins Buchantiquariat in Biel kaufen. 2019/2020 restaurierte Friederike Hennig die Handschrift in Basel. (wan)

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Basel, Universitätsbibliothek, A XI 72
Papier · 184 ff. · 14.5 x 10.5 cm · 15. Jahrhundert
Sammelband (Theologie)

Die einfach ausgestattete Sammelhandschrift stammt aus der Basler Kartause. Sie wurde geschrieben von verschiedenen Händen des 15. Jahrhunderts. Die Handschrift enthält eine Miniatur, von einer zweiten sind auf einer herausgerissenen Seite nur noch Reste zu erkennen. An zwei Stellen sind dem Text Musiknoten beigegeben. Die Texte, die der Band versammelt, sind fast ausschliesslich Gebete. Die meisten sind recht kurz, manchmal nehmen sie nicht mehr als eine halbe Seite in der ohnehin schon kleinformatigen Handschrift ein. Einige Gebete sind in Prosa, andere in Versen. (fis)

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Basel, Universitätsbibliothek, B XI 9
Pergament · 263 ff. · 11.5 x 9 cm · 1478
Meditationes de sanctis mulieribus virginibusque

Die kleinformatige Pergamenthandschrift stammt aus der Kartause Basel, wo sie im Jahr 1478 vom Schreiber Johannes Gipsmüller fertiggestellt wurde. Die zahlreichen Andachtstexte zu verschiedenen weiblichen Heiligen sind weitgehend anonym überliefert, einige – wie die zu Margareta, der Patronin der Basler Kartause – können wahrscheinlich Heinrich Arnoldi zugeschrieben werden. Verziert ist der Codex mit ganzseitigen Abbildungen von im Text behandelten Heiligen sowie zahlreichen Initialen, letztere in ganz unterschiedlichen Stilen. (mue)

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Chur, Staatsarchiv Graubünden, B 1
Papier · 191 ff. · 20.5 x 14 cm · Raum der Diözese Konstanz · Ende 15. Jh.
Lucidarius, Konstanzer Weltchronik und Zürcher Chronik aus dem 15. Jahrhundert

Die Handschrift enthält drei verschiedene Texte: Der deutsche Lucidarius (1r-32v), ein Lehrdialog zwischen Meister und Schüler, ist ein um 1190 entstandenes mittelhochdeutsches Prosawerk, das das zeitgenössische theologische und naturwissenschaftliche Wissen seiner Zeit darstellt. Die Konstanzer Weltchronik (117r-150v) ist ein knappes wohl im 14. Jh. in Konstanz entstandenes universalhistorisches Kompendium. Die Zürcher Chronik (153r-191r), deren älteste Redaktion im 14. Jh. entstand, gehört zur Gattung der deutschen Städtechroniken des Spätmittelalters. Die Handschrift entstand im Raum der Diözese Konstanz. Der ursprüngliche Besitzer war ein nicht näher identifizierter Hans von Endiner. Im 18. Jh. war die Handschrift in Besitz von Georg Litzel, Ulmer Theologe und Philologe. Wie sie den Weg nach Chur gefunden hat, ist unbekannt. (dec)

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 24
Pergament · 25 ff. · 27.5 x 17.5 cm · Cod.: 1910-1916; Fragm.: Ende 4.-7. Jahrhundert (obere Schrift)
Fragmente aus dem Einband einer syrischen Handschrift aus Harput

Der vorliegende Band aus 25 Blättern wurde zwischen 1910-1916 hergestellt, um acht Fragmente aus fünf griechischen Pergamenthandschriften zu bewahren. Die Fragmente, beinahe alle Palimpseste, waren um 1896 im Einband eines unidentifizierten syrischen Evangeliums aus Harput (Anatolien) gefunden worden. A: Fragm. 1-2 (4. Jh. ex / 7. Jh. in): Teile des Kap. 15 der Didascalia apostolorum; B: Fragm. 3-4 (6. Jh.): Teile der Kap. 3-4 des Briefes von Paulus an Timotheus; C: Fragm. 5, in äusserst schlechtem Konservierungszustand: Inhalt und Datierung unbekannt; D: Fragm. 6 (7. Jh.): Teile des Prologes und Anfang der Scholien von Buch 24 der Ilias; E: Fragm. 7-8 (7. Jh.): Teile der Psalmen 108, 114 und 115. Der Inhalt der unteren Schriften der Palimpseste ist nicht bekannt und nicht datiert. (and)

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 118
Papier · II + 94 ff. · 32.9 x 22.5 cm · Region Basel · gegen 1520-1530?
De rebus bellicis und Notitia dignitatum

Die zwei Texte, De rebus bellicis (ff. 5r-17v) und Notitia dignitatum (ff. 19r-94r), die in dieser Handschrift vereint sind, gehen bis auf die Antike zurück. Das erste Werk präsentiert die Kriegsmaschinen, welche die römische Armee benutzte, im zweiten Text wird die spätrömische militärische Organisation im West- sowie im Ostreich dargestellt. Sie wurden von Anfang an, vom Ende des 4. und Anfang des 5. Jahrhunderts, mit Illustrationen konzipiert, deren älteste bekannte Kopie, die auf das Ende des 9. bis Anfang des 10. Jahrhunderts zurückgeht, in der Bibliothek des Speyerer Doms aufbewahrt wurde (heute ist von dieser Kopie nur noch ein einzelnes Blatt übrig). Das Speyerer Exemplar wurde 1436 vom Kardinal Pietro Donato ausgeliehen, als er sich am Konzil zu Basel befand, wo mindestens zwei Kopien davon hergestellt wurden, die von Péronet Lamy illuminiert wurden (Oxford, Bodleian Library, Ms. Canon. Misc. 378; Paris, BnF, lat. 9661). Die Handschrift der Fondation Bodmer ist eine neuere Abschrift dieser Kopien, die weniger als ein Jahrhundert später angefertigt wurde. Möglicherweise wurde sie für die Edition dieser beiden Texte (inklusive Bilder) benutzt, die Sigismundus Gelenius 1552 bei Froben in Basel herausgab. (rou)

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Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 12
Pergament · XV + 278 ff. · 26.4 x 19.6 cm · 21. Juni 1407
Nicolaus Bertrucius: Collectorium in parte practica medicinae

Die von Heinricus Tierli (wahrscheinlich identisch mit Heinricus Tierlin, Schaffner in Schuttern und Prokurator in Freiburg im Breisgau) verfasste Handschrift kann mit Hilfe des Explicit (f. 278vb) auf den 21. Juni 1407 datiert werden. Der Haupttext (ff. 1r-278v) wird eingeleitet mit Incipit Collectorium Bertrucii in parte practica medicine [...] (ff. V1r-V14r). Anschliessend folgen: Tabula primi libri (ff. V14r-V14v), Tituli secunde sectionis (ff. V14v-V15r), Tituli tercie sectionis (ff. V15r-V15v) und Tituli quarto sectionis (f. V15v). Titel und Textüberschriften wurden in Rot gehalten sowie einzelne Initialen in Blau oder Rot. Die Handschrift hat einen zeitgenössischen Ledereinband, Metallschliessen und einen im Jahr 1978 restaurierten Einbandrücken. Eine beschnittene mittelalterliche Urkunde (siehe hinteres Spiegelblatt) wurde eingebunden. Folgende Besitzeinträge sind zu finden: Hic liber pertinet Leonhardo hemerly de constancia (f. 278vb), Sum Bernhardi Stoppelij M[edicinae] Doctoris (von einer Hand des 17. Jahrhunderts, f. V1r) und Magister petrus hemmerlis (ursprüngliches, nicht mehr vorhandenes, vorderes Spiegelblatt). (glo)

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Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 39
Pergament · A, B + 90 + H-Z ff. · 27.3 x 19.7 cm · Italien, Rom · 1464-1471
Nicolaus Cusa: Cribratio Alcorani und Contra Bohemos

Die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstandene einspaltige Handschrift wurde von einem Schreiber sehr sorgfältig in einer humanistischen Minuskel verfasst. Im Werk enthalten sind die zwei Texte Cribratio Alcorani (ff. 1r-70r) und Contra Bohemos (ff. 70v-90r) von Kardinal Nikolaus von Kues (1401-1464). Er versuchte mit Cribratio Alcorani eine präzise philologische und historische Untersuchung des Korans vorzunehmen und setzte sich in Contra Bohemos mit dem Hussitentum auseinander. Die Titelseite (f. 1r) ist mit bianchi girari (Weissrankenornamenten) geschmückt. Zwei Medaillons mit Wappenschildern sind in der Bordüre integriert. Die Wappen zeigen einen weissen Löwen auf blauem Hintergrund und werden mit den päpstlichen Insignien gekrönt. Das Wappen kann Papst Paul II. (Pietro Barbo, 1464-1471) zugeordnet werden, was zeigt, dass die Handschrift im Auftrag des Papstes oder zumindest unter seinem Pontifikat entstanden ist. Die jeweiligen Anfangsinitialen sind golden mit einem Hintergrund in Blau und Grün. Einzelne Initialen wurden stärker hervorgehoben und eine dem Titelblatt entsprechend mit Weissrankenornamenten geschmückt. Der mit Pflanzenornamenten, Medaillons und Heiligendarstellungen reich verzierte Einband der Handschrift stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das zentrale Medaillon auf der Vorderseite zeigt Maria mit dem Jesuskind. (glo)

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Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 48
Papier · A + 217 ff. · 31.8 x 22.5 cm · 1475
Gebetbuch

Das Gebetbuch ist im Jahre 1475 (f. 217v) entstanden. Der Entstehungsort ist unbekannt. Eingeleitet wird der Text mit dem Incipit Diss büchlin ist von anis und zwantzig festen und von sextechen hochziten die durch das gantz jahr begangen werdent [...] (f. 1r). Die Initialen und das Incipit wurden in Rot hervorgehoben. Ansonsten kommt der Text schmucklos daher und wurde gesamthaft von einer Haupthand einspaltig in brauner Tinte verfasst. In zahlreichen Lagenmitten wurden Fälze eingebunden, die aus einem Missale (geschrieben in einer Textualis) aus dem 14. Jahrhundert stammen. Der zeitgleich zur Handschrift entstandene Ledereinband wurde mit diagonal angeordneten Streicheisenlinien und Ornamentstempeln verziert. (glo)

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Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 59
Pergament · A-F + 222 ff. · 22.7 x 17.6 cm · 1390; 21. März 1391
Opera Gregorii Magni

Die einspaltige Handschrift wurde von einer sorgfältigen Hand aus dem 14. Jahrhundert geschrieben. Der Band enthält Omelie (ff. 1r-103r), Dialogi (ff. 103v-170r) und Liber pastoralis (ff. 172r-219v) von Papst Gregor I. (542-604). Die Überschriften wurden mit Rot verfasst und die Handschrift weist auf f. 103r und 172r rot verzierte Initialen auf. Zudem wurde der Haupttext der Handschrift durch diverse Annotationen einer etwas späteren Hand ergänzt. Datiert werden kann die Handschrift mit Hilfe verschiedener Einträge auf f. 103r. Die Haupthand schrieb Expliciunt omelie sancti Gregorij pape. Anno Nonagesimo. Zwei weitere Hände vermerkten über dem Haupttext domini 130° und daneben 1390. Auf f. 219 notierte die Haupthand zudem Explicit Pastorale beati Gregorij pape Etc. Anno Millesimo ccc°. Nonagesimo primo. Finitus est liber iste in die s. Benedicti. Auf derselben Seite befindet sich überdies ein erster Besitzvermerk Iste liber est domus throni sancte trinitatis in pletriach, der auf die Kartause Pletriach in Slowenien verweist. In die Kantonsbibliothek Thurgau kam der Band über die Kartause Ittingen (Besitzvermerk des 18. Jahrhunderts auf f. 1r). Der weisse Platteneinband mit zwei Schliessen stammt aus dem Jahr 1553 (Datierung im Motiv von Esaia zu finden). Genau wie bei der Handschrift Y 39 weist auch dieser Einband Pflanzenornamente und Heiligenabbildungen auf. (glo)

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Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 62
Papier · I + 254 ff. · 30 x 20.7 cm · 1394
Sammelband scholastischen Inhalts

Im Sammelband aus dem Jahre 1394 ist ein Extrakt des Super libros sapientie (ff. 1r-192r) von Robertus Holcot (ca. 1290-1349) enthalten. Zudem ist auf f. 1r ein Besitzvermerk Jste liber est h. wahter prespiteri et detur filijs fratris mei (et johanni . heinrici von einer anderen Hand) in remedium anime mee zu finden, der Heinrich Wachter (Priester) als Besitzer nennt. Geschrieben wurde die einspaltige Handschrift in einer Kursive von zwei verschiedenen Händen. Heinrich Wachter eindeutig zugeordnet werden können ff. 1r-86v. Die ff. 87r-192r wurden von einer unbekannten zweiten Hand verfasst. Der Rest des Sammelbandes kann ebenfalls, wenn auch nicht ganz eindeutig, den beiden zuvor genannten Händen zugeschrieben werden. Die Spiegel, das Vorsatzblatt und die Fälze stammen aus einem Namensregister, vielleicht aus einer Kanzlei. Der Holzledereinband ist zeitgenössisch. (glo)

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Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 74
Papier · II + 162 pp. · 20.5 x 15.3 cm · St. Katharinental · 1. Drittel 15. Jahrhundert
St. Katharinentaler Schwesternbuch

Das Schwesternbuch von St. Katharinental ist im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts in Katharinental bei Diessenhofen entstanden. Es gehört zur Gattung der klösterlichen Vitenliteratur und enthält die Lebensgeschichten und die darin enthaltenen Gnadenerfahrungen von 58 Klosterbewohnerinnen. Der Einband wurde von Antonia Bögin bzw. Botzin (Archivarin, † 1763) aus Kaufbeuren folgendermassen beschriftet: Lebensbeschreibung viler in allhiessigem gottshauss heylig-mässig gelebter closter-jungfrawen. Von späterer Hand sind ebenso das Inhaltsverzeichnis auf dem vorderen Spiegelblatt, die Kapitelüberschriften mit den Namen der im Schwesternbuch vorkommenden Konventualinnen von St. Katharinental und eine Zählung der Nonnenviten an den Blatträndern. Geschrieben wurde die zweispaltige Handschrift von zwei verschiedenen Händen. Die Haupthand (S. 1a-144a) schrieb die Nonnenviten sowie ein Gebet. Ein weiteres Gebet (S. 144b-154a) stammt von der zweiten Hand. Der Pergamenteinband mit Schliessbändern stammt aus dem 18. Jahrhundert. Dem vorderen Vorsatzblatt kann zudem ein Besitzvermerk entnommen werden: diss buoch ist schwester Margreten von Ulm († 1583) closterfrow in Sankt Kattrinen thal by Diessenhofen. Für das Jahr 1720 ist auf S. 104 Schwester Antonia vermutlich als neue Besitzerin des Schwesternbuches eingetragen. (glo)

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Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 128a
Papier · A + 82 + Y, Z ff. · 30.7 x 22.8 cm · Überlingen · 4. Nov. 1495
Sammelband homiletischen Inhalts

Entstanden ist der Sammelband homiletischen Inhalts 1495 in Überlingen. Dem Explicit kann nicht nur der Entstehungsort der Handschrift, opido ùberlingen, sondern auch der Name ihres Schreibers – scribebat Stephanus hamgarter nomen –, Stephanus Hamgarter von Stein (ehemaliger Pfarrhelfer in Seefelden bei Überlingen), entnommen werden (f. 38vb). Im Sammelband enthalten sind die Sermones dominicales de tempore (ff. 1ra-38vb) von Peregrinus de Oppeln (ca. 1260-1335), ein Sermo de passione domini (ff. 59ra-66va) und weitere Predigten (ff. 66va-82v). Der Band wurde 1965 von Hans Heiland und Sohn restauriert und mit einem neuen, grünen Ledereinband ausgestattet. (glo)

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Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 131
Pergament · 190 ff. · 37.7 x 29 cm · Fischingen? · 10. Dez. 1498
Psalterium feriatum ad usum ecclesiae Fischingensis

Dem Kolophon (Finitus est liber Iste feria secunda Post festum Concepcionis virginis Marie. Anno domini 1498. Per fratrem iohannem Coci Conuentualem huius monastery. Iiij ydus decembris Laus deo, f. 186r) kann entnommen werden, dass der Psalter von Johannes Koch (erscheint im Fischinger Jahrzeitbuch sowie urkundlich zwischen 1498 und 1514, Pfarrer in Bichelsee (TG) ab 1483) geschrieben und im Jahr 1498 beendet wurde. Auffallend ist, dass die Schrift auf ff. 98r-110r von einer späteren Hand mit schwarzer Tinte nachgezogen wurde. Die Papierseiten mit einer Hymne (ff. 187r-188v) wurden wahrscheinlich erst nachträglich eingebunden. Die Notenseiten zeigen Corpora von 5 roten Linien mit Hufnagelnotation. Zudem besitzt die Handschrift einen einfachen roten Titel (f. 1r): Incipit psalterium in nomine domini. Anschliessend folgt direkt die Ferialangabe. Überschriften wurden ebenfalls in Rot gehalten. Im Vorder- und Rückdeckel gibt es zudem noch einen Abklatsch der einst vorhandenen Spiegelblätter. Der zeitgenössische gelbe Ledereinband mit Renaissancepressmuster aus dem 15. bzw. 16. Jahrhundert hat zwei Schliessen und Eckbeschläge. Zudem gibt es auf dem Vorderdeckel die unverkennbar auf das Benediktinerkonvent Fischingen hinweisende Papieretikette aus dem 18. Jahrhundert mit der Signatur C:XV. S:13. Notat: 10. (glo)

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Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 156
Pergament · A + 106 + Z ff. · 23 x 17 cm · 1418?
Wilhelm von Tocco: Das Lesen [!] Sant Thomas von Aquino

Das in deutscher Sprache geschriebene Werk enthält das Leben des Thomas von Aquin, verfasst von Wilhelm von Tocco (1240-1323). Auf f. 106v findet sich überdies ein Vermerk zum Schreiber und zur möglichen Auftraggeberin des Werkes: Dis buoch hat ze tùtsche bracht gemachet vnd geschriben pfaff Eberhard von Rapreswil kilcherr zu Jonen (Nachtrag anno 1418 von einer Hand aus dem 16. oder 17. Jahrhundert). Dem sol Got vnsri frow sant Thoman der heilig lerer vnd die erwirdig frow die Stoeklerin ze Toess wol lonen. Diesem Eintrag nach geht die Hand des 15. Jahrhunderts auf Eberhard von Rapperswil zurück. Er war Pfarrer in Jona im Kanton St. Gallen. Als Auftraggeberin gilt die Klosterfrau Stöklerin aus Töss (wahrscheinlich Elsbeth Stükler). Damit gehört das Werk zu den wenigen deutschen Übersetzungen vom Leben des Thomas von Aquin. Einzelne Initialen wurden nicht nur rot hervorgehoben, sondern ebenfalls ornamental verziert. Die Handschrift hat einen himbeerroten Ledereinband mit Schliessen, der im 20. Jahrhundert restauriert wurde. Die losgelösten Spiegelblätter vorne und hinten stammen aus einer neumierten Handschrift (wahrscheinlich ein Kyriale) des 13. Jahrhunderts. In der Handschrift sind zwei Besitzvermerke eingetragen: Dijs buoch ist erhart blarer von Wartensee zuo Kemten, guothsher zuo kemtem vnd zuo Werdeg (f. 106v) und Monasterij apud D.[ivam] Yddam in Visch.[ingen] (f. 1r). Dementsprechend gehörte die Handschrift Fürstabt Johann Erhard Blarer von Wartensee in Kempten, dessen Wirkungsdaten für 1587-1594 belegt sind und ging anschliessend in den Besitz des Klosters Fischingen über. (glo)

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