Handschrift in dieser Sammlung wählen: B26  K96 S2  S58  71/80
Standortland:
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Schweiz
Ort:
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Zürich
Bibliothek / Sammlung:
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Braginsky Collection
Signatur:
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K99
Handschriftentitel:
Handschriftentitel
Ketubba (כתובה), Venedig, 14. Tishri 5409 (30. September 1648)
Schlagzeile:
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Pergament · 1 f. · 71 x 48.2 cm · 1648
Sprache:
Sprache
Hebräisch
Kurzcharakterisierung:
Kurzcharakterisierung
Die üppige Ornamentierung dieser teils gedruckten, teils handgeschriebener Ketubba bezeugt die hohe Wertschätzung dieser Kunstform bei den reichen sephardischen Juden, die im venezianischen Ghetto lebten. Der Text dieses Dokumentes ist in zwei Abschnitte geteilt und in die zwei Felder eines Doppelbogens eingefügt, rechts die eigentliche Ketubba, links die materiellen Heiratsvereinbarungen. Auf den Säulenbasen werden Hochzeitsdarstellungen aus der biblischen Erzähltradition dargestellt. Die Assoziierung der Ehe-Ideale aus der Vergangenheit mit dem Alltagsleben der zeitgenössischen Juden in Italien werden durch sechs kleine Vignetten, die im zentralen Bereich um das Emblem der Familie De Almeda gruppiert sind, zusätzlich illustriert. Im äusseren Rahmen wechseln sich Darstellungen der Tierkreiszeichen mit kleinen Kartuschen ab, auf denen ein Hochzeitsgedicht des italienischen Dichters und Kabbalisten Rabbi Mordechai Dato (1525?-1593?) steht. Die geometrischen Ornamente in den vier Ecken zusammen mit den Schriftbändern, die sich um die Tierkreiszeichen und die Kartuschen mit dem Hochzeitsgedicht winden, stellen in Mikroschrift das gesamte Hohelied der Bibel dar. Diese Ausgestaltung wurde derart bewundert, dass sie später im ganzen Veneto imitiert wurde. (red)
DOI (Digital Object Identifier):
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10.5076/e-codices-bc-k-0099 (http://dx.doi.org/10.5076/e-codices-bc-k-0099)
Permalink:
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http://www.e-codices.ch/de/list/one/bc/k-0099
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IIIF Drag-n-drop http://www.e-codices.ch/metadata/iiif/bc-k-0099/manifest.json
Wie zitieren:
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Zürich, Braginsky Collection, K99: Ketubba (כתובה), Venedig, 14. Tishri 5409 (30. September 1648) (http://www.e-codices.ch/de/list/one/bc/k-0099).
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20.12.2016
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e-codices · 29.11.2016, 15:16:58

The lavish decoration of this printed and hand painted ketubbah attests to the high esteem in which this art form was held by wealthy Sephardim living in the ghetto in Venice. The practice of ketubbah illustration was introduced in the ghetto by the ponentini community, exiled immigrants from the Iberian Peninsula, who continued this tradition from medieval Spain. As the exceptionally large dowry of this ketubbah shows, the leading pontenini families were extremely successful in Venice. The text is divided into two sections: the ketubbah proper at the right and the conditions at the left. They are set within a double arch, which, according to Proverbs 31:31 inscribed on the central spandrel, is symbolic of the gates where the virtuous housewife was praised. This idea is strengthened by the tiny scene at the bottom of the central column, depicting the wedding of Ruth and Boaz, which took place at the gate (Ruth 4:11). The side columns feature additional wedding scenes inspired by Jewish texts (Genesis Rabbah 68,3 and the story of Rebecca at the well). The association between the ideals of marriage from the past with Jewish life in contemporary Italy is further illustrated in the six vignettes that surround the central area containing the emblem of the bridegroom’s family, De Almeda. Each scene refers to one of the verses of Psalms 128, which extols the merits of the family. Many other miniatures and decorative features crowd the border. Flanking the two urns of flowers above the text, and accompanied by quotes from the Song of Songs, are couples who also serve as allegories of the senses. The frame enclosing the text is dominated by painted Signs of the Zodiac. Their counterclockwise arrangement reveals that the artist was Jewish. The signs are interspersed with plaques containing a wedding poem by the Italian poet and kabbalist, Rabbi Mordecai Dato (1525?–1593?). At the four corners are elaborate geometric designs inscribed with miniscule square writing, which, together with inscriptions along the frame, present the entire book of the Song of Songs. This border was so admired that it was later imitated throughout the Veneto.

A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 162

e-codices · 29.11.2016, 15:13:31

Die üppige Ornamentierung dieser teils gedruckten, teils handgeschriebenen Ketubba bezeugt die hohe Wertschätzung dieser Kunstform bei den sefardischen Juden von Venedig. Angehörige der «Ponentini-Gemeinde», Exilanten von der iberischen Halbinsel, hatten die mittelalterliche Tradition der Ketubba-Illustrierung von dort mitgebracht und pflegten sie nun im Ghetto weiter. Die enorme Höhe der genannten Mitgift ist ein Beleg für den ausserordentlichen Wohlstand der Ponentini-Familien.Der handschriftliche Teil ist in die beim Druck freigelassenen Felder eines Doppelbogens eingefügt: rechts der übliche Ketubba-Text, links die materiellen Heiratsvereinbarungen. Auf symbolische Weise überwölbt der Doppelbogen das Lob der tugendhaften Frau, wie es in den biblischen Sprüchen Salomons 31:31 formuliert und in die Kartusche im Bogenzwickel eingeschrieben ist: «Sie wird gerühmt werden durch die Früchte ihrer Hände, und ihre Werke werden sie loben in den Toren.» Diese Symbolik wird durch die Darstellung der Hochzeit von Ruth und Boas auf der Basis der Mittelsäule verdichtet, fand doch diese Hochzeit «vor allem Volk, das im Tor war» statt (Ruth 4:11). Auf den beiden anderen Säulenbasen finden sich weitere kleine Hochzeitsdarstellungen aus der biblischen Erzähltradition. Im oberen, gerundeten Segment der Ketubba werden in kleinen, um das Emblem der De Almeda-Familie gruppierten Vignetten Szenen aus dem zeitgenössischen jüdischen Alltagsleben mit dem Lob des guten Hausstands aus Psalm 128 verknüpft. Zahlreiche weitere Miniaturen und dekorative Elemente füllen den oberen Teil: Unter den Blumenarrangements in den Vasen sitzen allegorische Figuren und halten Schriftbänder mit Texten aus dem Hohelied in Händen, auch sind ihnen Musikinstrumente beigegeben. Um den Doppelbogen herum läuft ein Band mit der Darstellung des Tierkreises (Zodiak). Die Tatsache, dass die Tierkreiszeichen hier entgegen dem Uhrzeigersinn angeordnet sind, verweist auf die Verankerung des Künstlers in der jüdischen Kultur. Zwischen den Tierkreiszeichen steht auf kleinen Kartuschen ein Hochzeitsgedicht des 16. Jahrhunderts aus der Feder des italienischen Kabbalisten Rabbi Mordechai Dato. In der iberischen Tradition stehen die komplizierten Sternornamente in den vier Ecken. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man hier und in den Schriftbändern, die sich um den Zodiak und das Hochzeitsgedicht winden, einen Text in Mikroschrift. Er enthält das gesamte Hohelied der Bibel. Diese Ausgestaltung fand offenbar so grossen Gefallen, dass sie in ähnlicher Form auch für andere Ketubbot im Veneto verwendet wurde.

Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 174.

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A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 162

Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 174.

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