Handschrift in dieser Sammlung wählen: B26  B115 B124  S58  14/80
Standortland:
Standortland
Schweiz
Ort:
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Zürich
Bibliothek / Sammlung:
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Braginsky Collection
Signatur:
Signatur
B119
Handschriftentitel:
Handschriftentitel
Pentateuch auf der Grundlage des Hilleli Kodex
Schlagzeile:
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Pergament · 163 ff. · 19.5 x 15 cm · Spanien · zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts
Sprache:
Sprache
Hebräisch
Kurzcharakterisierung:
Kurzcharakterisierung
Die Bedeutung des Braginsky Pentateuchs für die Textkritik der hebräischen Bibel ist vergleichbar mit der Handschrift MS L44a der Bibliothek des Jewish Theological Seminary in New York, die 1241 in Toledo kopiert worden war. Die Braginsky Handschrift wurde in Spanien, wahrscheinlich während der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts kopiert, nach einer Handschrift, die als der ursprüngliche Hilleli Kodex galt. Vom ursprünglichen Hilleli Kodex ist nichts mehr erhalten; er könnte kurz vor 1492 in Guadalajara (Spanien) das letzte Mal für eine Pentateuch-Ausgabe benutzt worden sein. Tatsächlich ist nicht klar, ob der Hilleli Kodex jemals existierte oder ob es sich dabei um eine aus Sekundärquellen stammende Legende handelt. Die Handschrift ist immer noch in einen alten, blindgeritzten Einband mit (späteren?) Kupferverzierungen und -schließen gebunden. (red)
DOI (Digital Object Identifier):
DOI (Digital Object Identifier
10.5076/e-codices-bc-b-0119 (http://dx.doi.org/10.5076/e-codices-bc-b-0119)
Permalink:
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http://www.e-codices.ch/de/list/one/bc/b-0119
IIIF Manifest URL:
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Wie zitieren:
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Zürich, Braginsky Collection, B119: Pentateuch auf der Grundlage des Hilleli Kodex (http://www.e-codices.ch/de/list/one/bc/b-0119).
Online seit:
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13.10.2016
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e-codices · 21.09.2016, 15:03:13

During the Middle Ages Jews found it important to accurately transmit the text of the Hebrew Bible. A number of manuscripts that were in circulation, some of which no longer exist, were considered of particular value. The most famous among these was the manuscript known in Spain as the Hilleli, or the Hillel Codex. The Braginsky Pentateuch manuscript was copied in Spain, most likely in the second half of the fourteenth century, based on what was considered the original Hillel Codex. Its importance for the textual criticism of the Hebrew Bible is comparable to that of MS L44a of The Library of The Jewish Theological Seminary in New York, copied in Toledo in 1241; a facsimile edition of it was published in 1974, with an introduction by N.M. Sarna.
Around 1500 Abraham Zacuto (1452–ca. 1515), astronomer to Kings John II and Manuel I of Portugal, wrote in his Sefer ha-Yuhasin (Book of Family Relations): “On … [14 August 1197] there was a great persecution of the Jews in the kingdom of Léon at the hand of the two kingdoms that came to besiege it. At that time they removed from there the 24 holy books that were written some 600 years before. They were written by R. Hillel ben Moses ben Hillel, and his name was given to the codex, which was called ‘Hilleli.’ It was extremely correct and all other codices were revised after it. I saw the remaining two parts of it, containing the Former and Latter Prophets, written in large and beautiful characters. These had been brought by the exiles to Portugal and sold at Bugia in Africa, where they still are, having been written about 900 years ago. [David] Kimhi in his grammar on Numbers 10:4, says that the Pentateuch of the Hillel Codex was extant in Toledo.”
No trace of an original Hillel Codex has survived; it may have been used for the last time for a Pentateuch edition of uadalajara, Spain, shortly before 1492. In truth, it is not clear whether the Hillel Codex ever even existed, or whether it was a legend known only from secondary sources. In any case, the antiquity suggested by Zacuto is incorrect, as it would then have preceded all known Masoretic Bible manuscripts by no less than three centuries.

A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 42.

e-codices · 21.09.2016, 15:00:46

Im Mittelalter betrachteten es die jüdischen Gelehrten als eine ihrer wichtigsten Aufgaben, den Text der hebräischen Bibel möglichst akkurat zu überliefern. Einige Handschriften, die diesbezüglich als besonders wertvoll galten, existieren leider nicht mehr. Die angesehenste Handschrift des Pentateuchs war in Spanien unter dem Namen Hilleli bekannt und wird heute als Hilleli Kodex bezeichnet. Die Pentateuch-Handschrift der Braginsky Collection wurde in Spanien kopiert, sehr wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts und nach einer Handschrift, die als der ursprüngliche Hilleli Kodex galt. Ihre Bedeutung für die Textkritik der Bibel ist vergleichbar mit dem Manuskript des Pentateuchs in der Bibliothek des Jewish Theological Seminary in New York (MS L44a), kopiert im Jahr 1241 in Toledo. Um 1500 schrieb Abraham Zacuto (1452–um 1545), Astronom der Könige Johann II. und Manuel I. von Portugal, in seinem Sefer ha-juchasin («Buch der Familiengenealogien»): «Am ... [14. August 1197] geschah im Königreich León die grosse Verfolgung der Juden durch die Hand der beiden Königreiche, die es bedrängten. Zu dieser Zeit nahmen sie mit sich die 24 Heiligen Schriften, die rund 600 Jahre zuvor von Rabbi Hillel ben Moses ben Hillel geschrieben worden waren, weshalb das Buch mit diesen Schriften Hilleli genannt wurde. Diese Handschrift war ausserordentlich korrekt und diente allen anderen Fassungen als Korrekturvorlage. Ich habe die beiden erhalten gebliebenen Teile, die Früheren und Späteren Propheten, mit eigenen Augen gesehen. Sie waren mit grossen und schönen Buchstaben geschrieben. Diese waren von Flüchtlingen nach Portugal gebracht und in Bugia verkauft worden, wo sie sich 900 Jahre nach ihrer 232Niederschrift immer noch befinden. [Der grosse Bibelkommentator David] Kimchi sagt in Paragraph 10:4 seiner Grammatik, der Pentateuch des Hilleli Kodex habe sich einst in Toledo befunden.» Zuletzt könnte der Hilleli Kodex in Guadalajara für eine Pentateuch-Ausgabe benutzt worden sein, kurz vor der Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492. Aber tatsächlich überdauerte keine einzige Handschrift des Hilleli Kodex die Zeiten, und es ist in Wahrheit ungeklärt, ob es jemals einen «Hilleli Kodex» gab. Vielleicht handelt es sich dabei nur um eine fromme, aus Quellen zweiter Hand überlieferte Legende. Das von Zacuto behauptete hohe Alter ist jedoch keinesfalls korrekt, denn damit wäre der Hilleli Kodex um rund dreihundert Jahre älter als sämtliche bekannten masoretischen (textkritischen) Bibelhandschriften, die ja erst aus dem 10. Jahrhundert stammen.

Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 232.

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A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 42-43.

Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 232-233.

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